Krefeld: Nur noch jeder dritte Baum ist gesund
zuletzt aktualisiert: 13.02.2007Krefeld (RPO). Unerfreuliche Zahlen und Fakten wird der Landschaftsbeirat bei seiner heutigen Sitzung zur Kenntnis nehmen müssen. Nach dem Waldschadensbericht 2006 hat sich der Anteil der gesunden Bäume in Krefeld von 47 Prozent im Vorjahr auf 35 Prozent verringert.
Mehr als die Hälfte der Bäume sind kränkelnd, ein Zuwachs von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr und um 14 Prozentpunkte im Vergleich zu 2004. Erheblich verschlechtert hat sich auch der Anteil an kranken Bäumen von drei Prozent im Vorjahr auf zwölf Prozent im vergangenen Jahr. Dabei hat Krefeld nur einen Anteil von drei Prozent der besonders stark betroffenen Nadelbäume. Die Fichte weist beispielsweise landesweit mit einem Anteil von nur noch 28 Prozent gesunder Bäume den schlechtesten Wert seit Erfassung der Waldschäden auf.
Als erfreulich ist es da schon anzusehen, dass 56 Prozent des Krefelder Buchenbestands, der sich in den letzten Jahren gut konsolidiert hat, gesund ist. Ursache ist laut Fachverwaltung der Bodentyp Braunerde, der eine relativ hohe Pufferkapazität und noch ein entsprechendes Nährstoffpotenzial sowie eine entsprechende Wasserkapazität aufweist.
Als Krefelder Problembaum gilt die Eiche. Der Anteil an kranken Eichen hat sich von fünf auf 15 Prozent erhöht. Zwar fällt noch mehr als die Häfte der Eichen in die Schadstufe 1 (kränkelnd), doch liegt deren überwiegender Anteil schon an der Grenze zur Schadstufe 2 (krank).
Die Luftbelastung verursacht aufgrund der Übersäuerung der Böden und der Verarmung von Nährstoffen „hohe forstwirtschaftliche Risiken“. Bezüglich einer konkreteren Vorgehensweise werden von den Ergebnissen der zweiten Bodenzustandserhebung im Frühjahr 2008 entscheidende Ergebnisse erwartet.
Eine Waldbodenkalkung ist für dieses Jahr im Stadtwald vorgesehen. Durch „frühzeitiges Erkennen von Schädigungen, vorbeugende Maßnahmen beziehungsweise rechtzeitiger Abwehr von Schaderregern sowie Beseitigung der Schäden durch den Orkan Kyrill und Ergänzung mit entsprechenden Baum- und Straucharten wird derzeit versucht, das Ökosystem Wald zu stabiliieren“, heißt es in der Vorlage der Fachverwaltung.
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