Krefeld: OB: Klares Ja zum Kraftwerk
VON MARTIN RÖSE - zuletzt aktualisiert: 12.06.2008Krefeld (RPO). Gregor Kathstede (CDU) hat sich gestern klar zum geplanten Steinkohlekraftwerk bekannt. Chempark-Mitarbeiter nahmen die Entscheidung erleichtert auf. Der OB geht aber auf Konfrontationskurs zu seiner eigenen Fraktion.
„Krefeld braucht den Chempark, und wer den Standort Uerdingen dauerhaft sichern will, muss sich klar zum Kraftwerk bekennen.“ Das erklärte Krefelds Oberbürgermeister Gregor Kathstede (CDU) gestern bei einer Mitarbeiterversammlung vor gut 150 Beschäftigten des Chemparks. Damit bekannte sich das Stadtoberhaupt klar zum geplanten Steinkohlekraftwerk.
Die Firma Trianel, ein Zusammenschluss von zwei Dutzend Stadtwerken, plant den Bau eines 750-Megawatt starken Steinkohlekraftwerks in Uerdingen. Rund ein Viertel der Energie soll für die Strom- und Dampfversorgung im Chempark eingesetzt werden.
„Es ist kein bedingungsloses Ja“, sagte Kathstede. „Aber ich bin zuversichtlich, dass alle nötigen Voraussetzungen erfüllt werden.“ Zu denen gehöre beispielsweise, dass das alte Steinkohlekraftwerk im Chempark abgeschaltet werde. „Ich bin sehr zuversichtlich, am Ende der Diskussion ein Ergebnis zu erzielen, das nicht nur die Arbeitsplätze sichert, sondern auch die Akzeptanz der Krefelder findet, die in Sorge um ihre Gesundheit und die ihrer Kinder sind“, sagte Kathstede. Die Ablehnung des Steinkohlekraftwerks sei „rational nicht nachzuvollziehen“.
„Noch Kämpfe auszutragen“
Die Beschäftigten applaudierten Kathstede für seine Worte, hatten aber auch Fragen. Ob er damit nicht auf Konfrontationskurs zu seiner eigenen Fraktion gehe, wollte Joachim Prein (49) wissen, der seit 35 Jahren im Chempark arbeitet. „Das kann man deutlich mit Ja beantworten“, sagte Kathstede. „Da sind noch Kämpfe auszutragen.“
Die Gemengelage in seiner Fraktion sei nicht ganz leicht. „In jeder Fraktionssitzung ist das Kraftwerk Thema.“ Lob bekam Kathstede auch vom Chemieparkleiter Dr. Stefan Dresely. „Ich finde das toll, dass er eine solche Meinung vertritt, die in seiner Partei derzeit nicht mehrheitsfähig ist“, erklärte Dresely.
Er hatte zuvor bei einer Werksfürhung dem Oberbürgermeister im Chempark produzierte Dämmmaterialien vorgestellt. „Mit solchen Produkten lässt sich die Klimaerwärmung in den Griff bekommen.“
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