Krefeld: Olympische Daumendrücker
VON KATRIN WANDEL - zuletzt aktualisiert: 09.08.2008Krefeld (RPO). Die Krefelder Familien der Olympia-Teilnehmer fiebern mit: Anneliese Hambüchen zittert zu Hause mit dem Maskottchen auf dem Sofa, Irmgard und Waldemar Poleska lackieren sich in Peking blaue Fingernägel.
Ob und wann sich Anneliese Hambüchen den Wecker stellt, weiß sie noch nicht. Die 80 Jahre alte Forstwalderin ist die Großmutter von Turner Fabian Hambüchen. Und den Wettkampf ihres Enkels bei den Olympischen Spielen in Peking will sie natürlich auf gar keinen Fall verpassen – zumal ihr Enkel als eine der großen deutschen Goldhoffnungen gilt.
Heute starten die Turn-Wettbewerbe in China mit dem Mehrkampf. Sein Können am Reck wird Fabian Hambüchen am 19. August zeigen. „Aber es steht noch nicht fest, wann genau übertragen wird“, sagt Anneliese Hambüchen. „Da muss ich wohl jeden Tag die Fernsehzeitung studieren.“
Rudelgucken im CHTC
Der CHTC fiebert mit Matthias Witthaus, Christian Schulte und der Hockey-Nationalmannschaft mit. Und zumindest das Finale am Samstag, 23. August, wird auf der Hockey-Anlage im Stadtwald gemeinsam auf einer großen Leinwand geguckt. „Wir hoffen natürlich, dass die Deutschen dann noch mit von der Partie sind“, sagt Organisatorin Heike Wellen.
Kamel auf den Knien
Die Übungen wird sie vor dem Fernseher verfolgen. Mit ihrem Receiver will sie die Wettkämpfe außerdem aufnehmen. „Das habe ich bei allen seinen Turnieren so gemacht“, erzählt sie. So kann die Krefelderin die alten Aufzeichnungen später noch einmal in aller Ruhe angucken und genießen.
„Das ist eine Wonne für mich“, sagt die Großmutter stolz. Einen festen Platz auf Oma Hambüchens Knien hat dabei immer ein kleines Stoff-Kamel. „Das Maskottchen hat mir Fabians Freundin geschenkt“, berichtet sie.
Ihre größte Sorge beim Zuschauen ist es, dass sich „Fabi“, wie sie ihren Enkel liebevoll nennt, verletzen könnte. „Aber er ist so fit, dass eigentlich nichts schiefgehen kann.“ Anneliese Hambüchen hofft daher, dass ihr Enkel Gold mit nach Hause bringt. „Ich fiebere vor dem Fernseher jedenfalls richtig mit und zittere dabei am ganzen Körper “, sagt sie.
Ähnlich geht es Irmgard und Waldemar Poleska. Sie halten ihrer Tochter Anne fest die Daumen. Die Krefelderin startet bei den Olympischen Spielen über 200 Meter Brust. Die Vorläufe sind am 13., Halbfinale und Finale dann am 14. und 15. August. Mutter und Vater Poleska, Schwester Katrin plus Freund und zwei Patentanten wollen in Peking am Beckenrand stehen.
Der zehnstündige Flug in die chinesische Hauptstadt ging bereits am Mittwoch. „Allerdings haben wir für den Vorlauf, das Halbfinale und das Finale jeweils nur zwei Tickets bekommen, brauchen aber sechs“, sorgt sich Vater Poleska.
Einen Glücksbringer hat die Familie auch: blaue Fingernägel, wie sie auch die Schwimmerin bei allen ihren Wettkämpfen trägt. Selbst die männlichen Poleskas werden blauen Nagellack auftragen. „Aber nur auf dem kleinen Fingernagel“, verrät Waldemar Poleska und lacht. „Das muss reichen.“
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