Krefeld: Orden kamen per Fahnenstange
VON JOCHEN LENZEN - zuletzt aktualisiert: 20.02.2007Krefeld (RPO).
Mit witzigen Sprüchen und stets passenden Liedern sorgten Pumuckl Johannes Kockers und Napoleon Viktor Furth vor dem Nordbahnhof als Zug-Kommentatoren für eine Riesenstimmung. Die RP war auf der winzigen Hebebühne hautnah dabei.
Das ist schon ein ganz besonderer Anblick wie Viktor Furth als Napoleon des Nordbezirks – auf der winzigen Hebebühne auf und ab marschierend – vor Tausenden von Narren paradiert und sie zum Mitsingen- und schunkeln animiert. Gemeinsam mit Pumuckl Johannes Kockers kommentierte er vor dem Nordbahnhof einen fantastischen Krefelder Rosenmontagszug.
Der glänzte wieder einmal mit einer Fülle wunderbar bunter Fußgruppen, die sich als Legosteine, Blumen, Geschenkpakete, Sengvüejel, Putzfrauen, Piraten, „batteriebetriebene“ rosa Hasen mit Trömmelchen, „Buckemännekes“ mit Zipfelmütze und Krone oder in Kissen gebettete Schlafmützen verkleidet hatten. Hinzu kamen ideenreiche Motivwagen, die Themen wie Umwelt (Arche Noah), Mehrwertsteuer oder den Monet-Verkauf persiflierten, sowie blumenreich geschmückte Festwagen wie die der Rosa Jecken, der Rosa Roten Funken und des Stadt-Ponyhofs. Und unermüdlich folgten die Narren dem Aufruf des Kommentatoren-Duos: „Dreimal Krefeld – Helau!“
Unfall und Knast
Ruhig ist der Rosenmontag in den Augen der Polizei verlaufen.
64 mal musste der Krankenwagen anrücken, vornehmlich wegen alkoholisierter Jugendlicher. Ein Mann erlitt einen Herzinfarkt und wurde in die Klinik gebracht. Sein Zustand ist nach Angaben der Feuerwehr stabil.
13 Personen, in den meisten Fällen Angetrunkene, wurden in Gewahrsam genommen. Acht Fahrzeuge wurden abgeschleppt.
Unfall Zu einem Unfall kam es am Bleichpfad. Dort fuhr ein Autofahrer mit seinem Wagen einer Verkehrskadettin über den Fuß und flüchtete. Sie erkannte das Auto später wieder. Der Fahrer musste seinen Führerschein abgeben.
Matjes für Holland-Kapelle
„Da möchte man Pferd sein“, rief Kockers dem Corps der hübschen Amazonen zu, dessen Damen vor dem RP-Bus mit Schlümpfen und Tieren aus dem Zoo den Zug anführte. Neben lockeren Sprüchen hatte das Kommentatorenduo immer den passenden Song für die vorbei marschierenden Gruppen parat: „Ein Stern, der deinen Namen trägt“, sangen die Massen lautstark mit, als beispielsweise die Pfarrjugend von St. Hubertus als strahlend-gelbe Himmelskörper vorbei zog. Für die holländische Joekskapel hatte Furth sogar einen Teller mit Matjes parat. Seinerseits empfingen Kockers und Furth von der Gruppe des Jugendzentrums Fischeln Orden auf höchst ungewöhnliche Art: Per Fahnenstange wurden die Ehrenzeichen auf die Hebebühne hochgereicht.
Mit vollen Händen warfen vor allem die Jubiläumsgesellschaften wie Gartenzwerge, Grönland, Parlament und Mösche Süßigkeiten, Spielsachen und auch Vereins-chroniken unters närrische Volk. Flotte Tänze und wahrhaft akrobatische Kunststücke präsentierten die vielen Tanzgarden, darunter das Meer in Blau-Weiß der KG Verberg. Den Stahldorfern brachte ihre Leistung sogar eine spontane Einladung in den Norbahnhof ein.
„Jetzt kommen zweieinhalb Stunden in Grün-Weiß“, kündigte Kockers die Prinzengarde an, nachdem bereits die Garde der Prinzessin mit fünf Burgenwagen beeindruckt hatte. Auf prächtigen Festwagen präsentierten sich die Grün-Weißen und warfen, was das Zeug hielt. Getoppt wurden sie diesbezüglich nur noch vom Krefelder Prinzenpaar, Wolfgang II. und Marlies I., dem als krönender Abschluss des Zugs das letzte dreifache „Krefeld Helau“ der närrischen Menge an den Straßenrändern galt.
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