Krefeld: Parkkonzept verärgert Händler
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 10.06.2008Krefeld (RPO). Das Parkraumkonzept der Stadtverwaltung lobt das Parkangebot in Krefeld. Der Einzelhandelsverband sieht das ganz anders. Seine Kritik: Die Stadt frage gar nicht, was denn die Kunden wollen. Und sie blicke nicht in die Zukunft.
Es gibt keinen Punkt in der Innenstadt, der weiter als vier Minuten von einem Parkhaus entfernt ist. Das Parkraumkonzept der Stadtvewaltung hebt dies als großes Plus hervor. Joel Smolibowski, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands, sieht das ganz anders: „Wenn ich mit einem quengelnden Kind und drei Einkaufstaschen vier Minuten gehen muss, macht das überhaupt keinen Spaß.“ Seine Kritik: Die Stadtverwaltung beschreibei nur das gegenwärtige Angebot der Parkplätze. Sie frage aber gar nicht, ob die Parklätze denn auch dort sind, wo sie benötigt werden. Die Fahrradstation am Hauptbahnhof zeigt für Smolibowski, worum es geht. Diese Station im Bahnhof werde fast nicht benutzt, aber vor dem Hauptbahnhof blockieren Fahrräder die Blindenleitspur. Angebot und Bedarf stimmen nicht überein.
Morgen wird der Planungsausschuss das Parkraumkonzept beraten. Dieses Konzept lobt, dass Parken in Krefeld viel günstiger als im Umland ist. Außerdem reiche das Angebot aus. Smolibwoski sieht das anders: „Es hat überhaupt keine Erhebungen gegen, wo denn der Bedarf des Kunden liegt.“ Die Pizzeria Nido beispielsweise müsse abends häufig das Parkhaus des Schwanenmarkts nochmals öffnen, damit die Gäste auch nach Hause fahren können.
Ein besonderes Problem sieht Smolibowski in der südlichen Innenstadt. „Da ist die Parksituation gar nicht prickelnd.“ Hier reichten die Plätze nicht, während für Smolibowski in der nördlichen Innenstadt der Parkraum ausreicht.
Die Stadt hätte fragen müssen, was denn die Kunden wünschen: jene, die mit Kindern einkaufen; jene, die als zielstrebige Käufer in die Stadt kommen; jene, die einfach nur bummeln wollen oder jene, die älter sind. Aus den Ergebnissen der Befragung hätte die Stadt dann Ziele formulieren und ein Konzept erstellen können. Das sei nicht geschehen. Smolibwoskis Fazit: „Das Parkraumkonzept ist ohne Perspektive und deshalb als Grundlage für planerische Entscheidungen nicht ausreichend.“
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