Krefeld: Patschels Taufe
VON SABINE SCHMITT - zuletzt aktualisiert: 04.08.2007Krefeld (RPO). Jetzt heißt er Patschel, der Otter aus dem Krefelder Zoo. Getauft wurde er gestern von Karikaturist Nik Ebert, der den RP-Comic-Otter erfunden hat. Die Patenschaft soll helfen, dass Otter wieder in unserer Natur leben können.
Ob sich der Otter aus dem Krefelder Zoo anders fühlt, jetzt, da er gestern von RP-Karikaturist Nik Ebert auf den Namen „Patschel“ getauft worden ist? Wohl eher nicht. Nass war er ohnehin schon, der kleine Fischotter-Mann, als ihm von Taufpate Nik Ebert das Taufwasser übers Fell geschüttet wurde. Und was den neuen Namen angeht, ihn persönlich wird es wohl nicht interessieren – zumindest so lange nicht, wie er seinen täglichen Fisch in den Teich gereicht bekommt.
Fest steht aber: Der Ottermann, benannt nach seinem gezeichneten Bruder „Patschel, dem „Niederrhein-Otter“, bekam gestern jede Menge Aufmerksamkeit. Fast so viel, wie sein Comic-Genosse, dessen Abenteuer samstags in der Rheinischen Post erscheinen. Am Rand seines Reiches hatten sich rund 30 Taufgäste eingefunden – unter ihnen die RP-Leser, die beim Gewinnspiel „Zuhause in der Natur“ gewonnen hatten. Und dass da viele Menschen standen, schien der Ottermann sehr wohl gemerkt zu haben. Es schien, als sonnte er sich in Aufmerksamkeit. Der frisch getaufte Patschel zeigte sich ausführlich auf seiner kleinen Insel, einem Stein im Teich. Immer wieder stellte er sich auf seine Hinterpfoten, machte Männchen und führte sich auf wie ein Clown.
Doch bei allem Spaß und bei aller Clownerei – was am Teich von Patschel und vor den Augen der Taufgäste von statten ging, verfolgt einen ernsthaften Zweck: Nik Ebert und der Krefelder Zoo wollen mit der Taufe und Patenschaft das Interesse an den wendigen Schwimmern wecken. Denn vor gut hundert Jahren besiedelten Fischotter deutsche Feuchtgebiete noch flächendeckend. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie dann in Nordrhein-Westfalen ausgerottet. Seitdem fehlen sie in unser Heimat – sollen aber unbedingt wieder in ihrer Natur leben.
Naturschützer sagen, die Raubtiere im haarigen Tauchanzug seien zum einen wichtig für das ökologische Gleichgewicht. Und zum anderen sei ein gesunder Fischotterbestand wichtiger Anzeiger für ein intaktes Ökosystem: Wenn Otter zurückkehren, signalisiert das, dass die Natur gesund ist.
Doch bis Otter wirklich wieder in den Feuchtgebieten des Niederrheins leben können, müsse noch viel passieren, sagen Naturschützer. Erster Schritt: „Wir müssen Bewusstsein schaffen für Fischotter und ihre Bedeutung“, sagt Naturfreund und RP-Karikaturist Nik Ebert. Sein neues Patenkind Patschel aus Krefeld und auch sein Zeitungs-Otter sollen daher vor allem auch Botschafter für die Wiedereinbürgerung der Fischotter in der Natur sein.
Und wie das ein guter Patenonkel so macht, will Nik Ebert sein neues Patenkind jetzt regelmäßig im Zoo zu besuchen. „Ich will alles über ihn wissen“, sagte er zu Patschels Pfleger. So viel sei vorab verraten: Patschel freut sich immer über einen Hering – und natürlich auch immer über Zoobesucher, die an seinem Teich Halt machen.
Sammelband Gute Nachrichten für alle Fans des Comic-Patschels: Im November sollen seine Geschichten in einem Sammelband erscheinen.
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