Krefeld: Pfarrgemeinden: Furcht vor der Fusion
VON JOCHEN LENZEN - zuletzt aktualisiert: 12.12.2006Krefeld (RPO). „Unsere Kirche braucht dringend eine Innenrenovierung“, sagt Heinz Schram, zweiter Vorsitzender des Kirchenvorstands der Liebfrauengemeinde. Das Grundkapital ist da, wir wollten die Sache auch schon einmal anpacken, mussten sie aber vor der Diskussion um eine Fusion unserer Gemeinde mit St. Josef, St. Norbertus und St. Dionysius zurückstellen.“ Bei einer Fusion gäbe es nur noch einen Kirchenvorstand, der das Vermögen aller vier Gemeinden verwalten würde, blickt Schram auf die große Sanierungslast der Dionysiuskirche. Die noch größere Furcht: die Einstellung der liturgischen Grunddienste und die Schließung von Liebfrauen- und Josefskirche. „Uns wurde das seitens des Bistums so gesagt. Deshalb haben sich unsere beiden Gemeinden gegen eine Fusion ausgesprochen.“
„Wir haben im Augenblick die Sorge, dass wir unsere sehr lebendige Gemeinde im Fall einer Fusion nicht mitnehmen können, dass viel von der erreichten Gemeinsamkeit verloren geht“, meint Iris Koch, Vorsitzende des Gemeinderats von St. Josef. „Wir sind im Moment auf dem Weg zu einer Gemeinschaft der Gemeinden (GdG), in die wir unsere Schwerpunkte einbringen können“, spricht sie den Caritas-Laden und die Kirchenmusik an, die an St. Josef besonders intensiv gepflegt werden.
Auf das Schwerpunktmodell geht auch Roswitha van Eickels vom Kirchenvorstand St. Norbertus ein, der sich für eine Fusion ausgesprochen hat. Damit sollte aus jeder Gemeinde etwas erhalten bleiben. An St. Norbertus hat man vor allem in der Jugendarbeit viel Erfahrung, die man mit den anderen Gemeinden vorantreiben wolle. „Es geht darum, einen Prozess zu bilden, der die Gemeinden zusammenführt.“ Eine Fusion sei auch deshalb sinnvoll, weil sie aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten einfacher funktioniere.
Franz-Joseph Greve, Zweiter Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Dionysius: „Wir kommen angesichts immer weniger Bewohner in der Innenstadt, immer weniger Geistlicher und immer weniger Finanzmittel langfristig an Fusionen sowieso nicht vorbei. Da sollten wir auch gleich den direkten Weg gehen. St. Dionysius, vom Bischof als Kirche für die City-Pastoral bestimmt, hat auch unter der Woche regen Zulauf zu den Messen. Es wäre leichtfertig, das aufs Spiel zu setzen.“ Es sei von den vier Pfarrgemeinden alles so eingestielt, dass man sich in die richtige Richtung bewege. „Ich werde mich aber nicht dazu verleiten lassen, Details aus den vertraulichen Gesprächen öffentlich zu machen“, so Greve.
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