Krefeld: Pinguine: Wende in Ärzte-Affäre
VON H.-G. SCHOOFS - zuletzt aktualisiert: 24.11.2009Krefeld (RPO). Eishockey-Spieler der Krefeld Pinguine werden wieder von den ehemaligen Teamärzten Dr. Wazinski und Dr. Niezold betreut. Seit Anfang Oktober hatte die Trennung von den beiden Medizinern für Wirbel gesorgt.
Die Pinguine können sich wieder ganz aufs Eishockey konzentrieren. Montag beendete Wilfrid Fabel, der momentan als Sprecher der KEV Pinguine GmbH öffentlich auftritt, den hausgemachten Ärzte-Skandal. "Ich habe am Wochenende Kontakt zu Dr. Wazinski aufgenommen, der bereit ist, uns zu helfen. Das gilt zunächst bis zum Saisonende", sagte gestern der mächtigste Mann im Krefelder Eishockey. Auch der stellvertretende Teamarzt Dr. Dirk Niezold ist wieder in Amt und Würden. Dieses Duo wird zusätzlich von Dr. Rudolf Neubert unterstützt, dem ehemaligen Chefarzt des Uerdinger Krankenhauses. Dort können sich laut Fabel die Spieler ebenso behandeln lassen wie im Helios Klinikum.
Anfang Oktober hatten sich die Pinguine auf Drängen des am letzten Freitag fristlos entlassenen Managers Jiri Ehrenberger von den Teamärzten getrennt. Das sorgte innerhalb der Mannschaft und im Umfeld für mächtig Wirbel. Besonders die Art und Weise, wie man mit dem über 15 Jahre lang ehrenamtlich tätigen Dr. Martin Wazinski umgegangen war, stieß auf großes Unverständnis. In den folgenden Wochen entwickelte sich der Ärzte-Skandal zu einer Provinzposse. Denn der Versuch, in Krefeld Nachfolger für die Teamärzte zu finden, scheiterte kläglich. Dafür ernteten die Pinguine auch bei ihren größeren Sponsoren, wie zum Beispiel SWK und Sparkasse, Kopfschütteln. Deren Vertreter drängten auf das Ende des Ärzte-Skandals, um den Imageschaden so gering wie möglich zu halten.
"Wir haben die Baustelle Ärzte beseitigt. Aber es gibt noch weitere Probleme, die wir lösen müssen", sagte Fabel. Zunächst will er versuchen, den am letzten Freitag zurück getretenen Aufsichtsrats-Vorsitzenden Wolfgang Schulz zum Rücktritt vom Rücktritt zu überreden. Auf die Frage unserer Zeitung, warum er denn nicht schon vor vier Wochen die Teamärzte wieder zurückgeholt habe, antwortete Fabel: "Dann wäre Herr Schulz sofort zurückgetreten. Ich wollte ihm auch nicht ins Handwerk pfuschen. Doch jetzt mussten wir reagieren. Ich will nicht, dass es jetzt mit meinen Freunden, mit denen ich 1995 das Krefelder Eishockey gerettet habe, ganz den Bach runter geht."
Für den entlassenen Manager ist vorerst kein Ersatz in Sicht. "Das ist finanziell nicht möglich", sagt Fabel, der diese Aufgaben auf Geschäftsführer Wolfgang Schäfer sowie Cheftrainer Martin Jiranek und dessen Assistenten Reemt Pyka verteilen will. Das Trainerduo steht für Fabel momentan nicht zur Disposition: "Der Sieg in Hamburg war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Trainer und Mannschaft müssen jetzt dafür sorgen, dass wieder mehr Zuschauer kommen. Ausreden gibt es keine mehr."
Unterstützung für die GmbH sucht Fabel in Form von neuen Gesellschaftern: "Jeder, der Geld mitbringt, ist willkommen." Ferner möchte er die Kommunikation zwischen den Verantwortlichen der GmbH und Geschäftsstelle, Mannschaft sowie Fans verbessern: "Ich kann mir gut vorstellen, dass wir ehemalige Spieler mit ins Tagesgeschäft einbinden."
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