Krefeld: Plan: City-Verbot für alte Autos
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 09.02.2008Krefeld (RPO). Krefelds Grüne wollen reine Luft in der Innenstadt. Im Sommer laufen Feinstaubscreenings an – sie sollen zeigen, wo Krefelds Luft übermäßig belastet ist. Die Einzelhändler protestieren gegen den Plan.
Wird Krefelds Innenstadt bald autofrei? Rolf Rundmund, stellvertretender Fraktionssprecher der Krefelder Grünen, will in Krefeld reine Luft machen. Er plädiert jetzt für die Einrichtung einer Umweltzone in der Innenstadt. „Damit kann kurzfristig den Bewohnern der City geholfen werden.“ Der Grünen-Vorschlag orientiert sich an der Praxis anderer Städte wie Köln oder Berlin. Dort dürfen alte Wagen nicht mehr in der Innenstadt fahren. Das aber hält Rundmund für zu wenig wirkungsvoll. „Da könnte ich mir in Krefeld eine noch schärfere Regelung vorstellen“, sagte er gestern bei einem Pressegespräch im Rathaus. Mit dabei war auch Johannes Remmel, Grünen-Abgeordneter im Landtag. Er hat der Landesregierung vor wenigen Tagen eine „kleine Anfrage“ gesendet, in der er auf Feinstaubbelastung in Krefeld aufmerksam macht.
Idee: ÖPNV-Flatrate
Grünen-Vorschlag: Als Alternative zum Autoverkehr in der Innenstadt schlagen die Grünen eine Flatrate für den ÖPNV vor. In Aachen wird dies derzeit diskutiert., Demnach bekämen die Innenstadtbewohner ein vergünstigtes Ticket für alle Busse und Bahnen.
Landesumweltamt misst schon
Seit dem 9. Januar schon misst das Landesumweltamt an den Ecken Oranierring und Hülser Straße sowie Kölner Straße und Untergath die Belastung durch Stickstoffoxid. Die Verwaltung will nun nachlegen. Sie wird die Feinstaubbelastung an ausgewählten Stellen untersuchen. Einen Anfang machte sie im Januar 2006, als sie einen Gutachter mit der Erstellung eines Luftqualitätsmodells beauftragte. Dies soll nun Basis von genauen Untersuchungen (Feinscreenings) spezialisiert werden. Helmut Döpcke, Fachbereichsleiter Umwelt: „Am 30. Januar war das Thema im Planungsausschuss.“ Die Grünen bemängeln aber, dass Verwaltung und Politik sich kaum mit der EU-Vorgabe der Senkung von Feinstaub befasse. Rundmund: „Mir kommt es so vor, als schiebe Krefeld das Problem nach hinten.“ Zwei Mal sei der Antrag der Grünen im Planungsausschuss verschoben worden. Immerhin: 30 000 Euro sind im Haushalt bereitgestellt.
Wird beim Feinscreening eine zu hohe Belastung festgestellt, müssen neue Maßnahmen in Angriff genommen werden. Für den Straßenabschnitt Oranierring könnte sich Rolf Rundmund eine Sperrung für Lastkraftwagen vorstellen: „Ich habe von Anwohnern mehrfach gehört, dass die Belastung durch Lkw-Verkehr an dieser Stelle größer geworden ist.“ Auch an Ostwall und Philadelphiastraße sieht er Handlungsbedarf. „Wir handeln im Interesse der Bürger.“
Krefelds Einzelhandel ist wegen des Vorschlags schon auf der Palme. „Der Vorschlag ist populistisch. Der Autoverkehr ist als Ursache von Feinstaub überschätzt. Wesentlich höher ist die Belastung durch Kamine“, sagt Franz-Joseph Greve, Vorsitzender der Werbegemeinschaft. 20 Prozent der Kunden gewinnt der Einzelhandel im Umland – die würden womöglich fernbleiben, wenn die Stadt autofrei würde.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







