Krefeld: Politiker kritisieren Personalabbau in der Verwaltung
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 27.07.2010 - 16:06Krefeld (RPO). Die Fraktionen von SPD und Grünen in Krefeld fordern anlässlich der Arbeitsrückstände in den Fachbereichen Finanzservice und Jugendhilfe einen sofortigen Stopp des Personalabbaus in der Krefelder Stadtverwaltung.
Stefanie Mälzer, Fraktionsvorsitzende der Krefelder Grünen: „Die Personaleinsparungen sind besonders im Zuge der verschiedenen Haushaltssicherungskonzepte umgesetzt worden, frei gewordene Stellen wurden nicht mehr besetzt. Das muss aufhören.“
Mälzer sagt, sie habe sich in den vergangenen Jahren regelmäßig bei den städtischen Dezernaten gemeldet, um mögliche Arbeitsbelastungen in Erfahrung zu bringen. „Leider wurden meine Anfragen nie beantwortet.“ Die Grünen-Chefin fordert, besonders das Personal in kundenintensiven Fachbereichen aufzustocken: „Überall, wo hohe Kundenfrequenz ist, in der Jugendhilfe, im Sozialbereich, bei der Gewerbeaufsicht und Bauaufsicht, müssen wir gewährleisten, dass Arbeit zügig bewerkstelligt wird.“
Bürgermeister Frank Meyer (SPD) wirft der Verwaltungsspitze vor, seit Jahren unüberlegt Personal abgebaut zu haben. Oberbürgermeister Gregor Kathstede (CDU) und Stadtdirektorin Beate Zielke hätten sich dabei den politischen Segen für die Personaleinsparungen bei den Fraktionen von CDU und FDP geholt.
Meyer: „Ich sitze seit 1999 für die SPD im Rat der Stadt Krefeld und habe in dieser Zeit keiner Vorlage zugestimmt, die einen nachhaltigen Personalabbau in unserer Stadt beinhaltete. Die SPD hat in allen Jahren die Haushaltspläne und die dazugehörigen Stellenabbaupläne abgelehnt“.
Bei den Haushaltsberatungen hätte die Verwaltungsspitze nach Meyers Meinung auf Arbeitsrückstände hinweisen müssen: „Oberbürgermeister Kathstede hatte in der Vergangenheit nicht darauf hingewiesen, dass die Personalsituation in weiten Teilen der Verwaltung nicht mehr auskömmlich war und dadurch massive Bearbeitungsstaus entstanden.“ Die Verwaltung solle die „Ausdünnung von qualifiziertem und hochmotiviertem Personal jetzt beenden.“
Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) hatte zuvor gefordert, einen Unterausschuss zu Arbeitsrückständen zu gründen. Davon hält Stefani Mälzer wenig: „Mit einem Unterausschuss schieben wir das Thema auf die lange Bank. Wir müssen schneller handeln."
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