Serie: Die Krefelder Landtagskandidaten: Porträt: Winfried Schittges (CDU)
VON JENS VOSS - zuletzt aktualisiert: 28.04.2010 - 11:14Serie: Die Krefelder Landtagskandidaten (RPO). Winfried Schittges, CDU-Kandidat für den Krefelder Wahlkreis II, ist in Bockum geboren und dort tief verwurzelt. Pathos und theoretische Programmatik sind seine Sache nicht. Sein Credo lautet: "Sachentscheidungen mitgestalten."
Die politische Überraschung: Auf die Frage, warum er in der CDU ist, kommen keine flammenden Programmreden, sondern Geschichten von Freunden, Erinnerungen an zu Hause. Ideologischer Eifer ist Winfried Schittges offensichtlich fremd. So wie er es erzählt, ist er in die Politik eher hineingedriftet. "Ich wollte Sachentscheidungen mitgestalten" sagte er irgendwann.
Als er 1969 in die CDU eintrat, habe es eine Vorprägung durch seine Eltern gegeben, die stets CDU gewählt hätten – "das christliche Menschenbild, die Bindung an die Kirche" nennt Schittges noch als Eckpunkte des Familienlebens. Einmal in der Partei, war er wohl fasziniert vom Leben und Weben dort. 1970, erinnert er sich lächelnd, sei er in einer Kampfkandidatur Vorsitzender der Jungen Union Oppum geworden; er setzte sich damals gegen die 19-jährige Beate Zielke durch, die heute Stadtdirektorin von Krefeld ist.
Lebenslauf
Geboren 26. September 1946 Ausbildung Volks- und Handelsschule; kaufmännische Lehre; Wehrdienst in der Marine; Studium der Betriebswirtschaft und der Rechtswissenschaften; Abschluss: Betriebswirt
Politik seit 1969 in der CDU; seit 1975 im Rat, seit 1985 CDU-Kreisvorsitzender; seit 1990 im Landtag
Schittges schwärmt von der Aufbruchstimmung in der Jungen Union damals, von dem positiven Lebensgefühl, das er seiner Partei bis heute attestiert. Schittges kam 1975 in den Rat; 1979 in die Landschaftsversammlung, 1990 in den Landtag. Es ist nicht die Spur Koketterie spürbar, wenn er nüchtern sagt: "Landtag und Landschaftsversammlung – das ist für mich hervorragend überschaubar." Bezeichnend für ihn, der im Haus Glindholzstraße 150 geboren wurde ("Hausgeburt") und auf die Sollbrüggenschule – damals Volksschule – ging. Schittges ist ein Heimatmensch, der eher fragt, was man im Ortskern von Bockum verbessern kann, bevor er über die Verbesserung der Welt debattiert. Er reist auch nicht gerne durch die Welt. Ostsee und Nordsee sind seine Sehnsuchtsorte; Fahrradfahren, Wandern, frische Luft – "das reicht mir zum glücklich sein." Familie ist ihm, der mit vier Geschwistern aufgewachsen ist, Rückhalt; er ist verheiratet, Vater von zwei Kindern.
Leidenschaft entwickele er bei Sachfragen, betont er: "Im Finanzausschuss spucke ich schon mal Gift und Feuer." Im Landtag ist er im Finanzausschuss und Vorsitzender des Innenausschusses. Nach 15 Jahren Opposition genießt er es, handeln zu können, schnell in formiert zu sein, nicht mehr von einem überlegenen Regierungsapparat ausgebremst zu werden.
Zur Professionalität eines Politikers gehört für ihn, Niederlagen wegzustecken – und bestimmte Grenzen nicht zu überschreiten: "Ich habe noch nie – auch aus der Spontaneität heraus – jemanden beleidigt."
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