Krefeld: Qatsimania ohne Worte
VON PETRA DIEDERICHS - zuletzt aktualisiert: 25.10.2006Krefeld (RPO). Das Musik- und Mutimedia-Projekt Central Europe Performance präsentiert am Reformationstag die „Qatsi“-Film-Trilogie mit der Musik von Philip Glass in der Friedenskirche: eine elektronische Schöpfungsgeschichte.
Die Mitwirkenden
CEP Albin Meskes, Udo Hanten und Frank Mevissen (v.l.) sind dasMusik-Multimedia-Projekt Central Europe Performance.
Orgel Die Pfeifenorgel spielt Hans-Jörg Böckeler, er hat auch die Leitung des Chores.
Chor Der Qatsimania Project Choir besteht aus zehn Sängern.
Termin Mittwoch, 31. Oktober, 20 Uhr, Friedenskirche am Luisenplatz.
Die Schöpfung braucht keine Worte. Bilder und Musik reichen, um den Raum zu füllen. Das will das Multimedia-Projekt Central Europe Performance (CEP) am Dienstag, 31. Oktober, in der Friedenskirche beweisen. Und dazu brauchen Albin Meskes, Udo Hanten und Frank Mevissen eine sechs Meter breite Leinwand, Kameras, elektronische Instrumente aus den 1960er Jahren, chorale Untertstützung, einen Organisten – und die filmische „Qatsi-Trilogie“ von Godfrey Reggio mit der Musik von Philip Glass. „Qatsimania“ heißt das Live-Spektakel.
„Qatsi“ bedeutet in der Sprache der Hopi-Indianer „Leben“. „Und darum dreht sich unser Projekt“, sagt Udo Hanten. Aus den Filmen Reggios hat das Trio „die Essenzen“ gezogen und sie auf jeweils eine halbe Stunde komprimiert.
Asphaltdschungel Großstadt
Auf der bühnenbildartigen Leinwand entfaltet sich in „Koyaanisqatsi“ die Natur in voller Pracht. Bilder zeigen den Eingriff des Menschen, die Verdrängung von grünen Weiten und blühenden Flächen durch Asphaltdschungel der Großstädte. Der zweite Film „Powaqqatsi“ thematisiert die Ausbeutung der Dritten Welt durch die Erste Welt. Und in „Naqoyqatsi“ setzt sich der erste Film fort in schnellerer Filmsprache mit noch mehr elektronischem Einsatz. Am Dienstag werden die lautmalerischen Stimmen des Qatsimania Projekt-Chores und Hans-Jörg Böckeler an der Orgel die elektronischen Klänge ergänzen. „Die Pausen zwischen den Filmen sind gedacht, um miteinander ins Gespräch zu kommen“, erklärt Joachim Watzlawik von der Friedenskirche: „Unser erklärtes Anliegen ist es, Kulturarbeit mit Verkündigung zu kombinieren. Nicht immer ist das auf den ersten Blick erkennbar. Aber hier geht es sehr faszinierend um Schöpfungsgeschichte mit anderen Ausdrucksmitteln.“ Mit Bildern und Musik – ohne Handlung und Texte. Hanten, Meskes und Mevissen sehen der Aufführung in ihrer Heimatstadt mit Spannung entgegen. „Eine Kirche bietet schon eine ganz besondere Atmosphäre“, findet Hanten. Und: „Am 24. Dezember 1984 um 24 Uhr haben wir im Casablanca-Kino zu ,Koyaanisqatsi’ unseren eigenen alternativen Soundtrack aufgeführt. Das ist damals von Radio SFB gesendet worden.“ 20 Jahre später, fand das Trio, sei die Zeit reif für eine andere Klangsprache, und man entschied sich für die Glass-Musik. Und auch diesmal hat das Radio Interesse bekundet: RBB schneidet mit. „Außerdem haben wir eine Einladung nach Lodon und eine Anfrage aus Lissabon, unser Projekt dort zu zeigen“, erzählt Hante.
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