Krefeld: "Rheinblick" kann starten
VON JOCHEN LENZEN - zuletzt aktualisiert: 07.10.2010Krefeld (RPO). Auf der Fläche der Firma Müncker kann im nächsten Jahr der Startschuss für das Projekt fallen. Am Rheinufer sollen Komplexe mit Wohnungen, Büros, Gastronomie und Gewerbe entstehen.
Der Bebauungsplan für das Projekt Rheinblick, das sich am Uerdinger Ufer vom Areal der ehemaligen Firma Erlenwein bis zum Gelände von Heinrich Yoksulian kurz vor dem Chem-Park hinzieht, ist rechtskräftig. "Theoretisch könnte jeder der fünf Eigentümer sofort einen Bauantrag stellen und etwa drei Monate später mit den Bauarbeiten beginnen", sagt Baudezernent Thomas Visser. Realistischer aber ist seine Erwartung, dass im nächsten Jahr der erste Schritt als Initialzündung zur Verwirklichung dieses zukunftsträchtigen Projekts getan werden kann.
Die Eigentümer des Geländes der Spedition Müncker – das ist die größte der fünf benachbarten Flächen – sind in ihrer Planung am weitesten: Deren Vertreter ist laut Visser mit mehreren Investoren im Gespräch. "Wir sind mit ihm in engem Kontakt und warten nur darauf, dass die Entscheidung für einen Investor fällt, mit dem wir dann im Zuge des Bauantrags bei der Bezirksregierung zunächst die Frage des Hochwasserschutzes regeln können."
Kurze Geschichte
2000 Erste Idee auf Initiative des damaligen Baudezerneten Klaus Lorenz
2003 Prof. Ulrich Coersmeier gewinnt städtebaulichen Wettbewerb
2005-07 Stillstand wegen Diskussion um Hafenerneuerung
2008 Bebauungsplanverfahren
2009 B-Plan erlangt Rechtskraft
Idealerweise, so Visser, würde das gesamte Rheinblick-Gelände gleichzeitig komplett mit einer Schutzwand versehen, die auch die vorgesehenen Tiefgaragen sichert. Da die Müncker-Eigentümer aber weiter sind als die anderen, die sich bisher noch nicht mit Plänen an die Stadt gewandt hätten, sei die Bezirksregierung grundsätzlich bereit, einer "Insellösung" zuzustimmen. Das Müncker-Gelände, das im Wesentlichen altengerechtes Wohnen vorsehe, könnte also vorgezogen werden. Allerdings müsste der Investor dann auch die Grenzen zu den benachbarten Grundstücken gegen Hochwasser sicher.
Die Nutzungsmöglichkeiten der Rheinblick-Flächen erlauben von Süd nach Nord: Wohnen, Dienstleistung, Büros und Gastronomie (Flächen Erlenwein, Zolllehranstalt und Müncker) und anschließend nichtstörendes (Gelände Landesentwicklungsgesellschaft) und normales Gewerbe (Yoksulian-Fläche). Auf den beiden letzten Flächen ist Wohnen wegen der Nähe zum Chem-Park aufgrund der Störfallverordnung unzulässig, sagt Visser.
Der Bebauungsplan ist in Zusammenarbeit mit Professor Ulrich Coersmeier abgestimmt worden, der 2003 den städtebaulichen wettbewerb zum Rheinblick-Projekt gewonnen hatte. Dieser Entwurf gibt die Grundstücksgrenzen und Formen der Baukörper sowie die Höhe von maximal vier Geschossen vor. Material und Optik, so Visser, sind jedoch modifizierbar.
Die Loft-Wohnungen, die im obersten Geschoss des Dujardin-Gebäudes entstehen, werden durch das Rheinblick-Projekt übrigens in ihrem Blick auf den Fluss nicht beeinträchtigt, weil das Dujardin-Gelände höher liegt.
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