Krefeld: Schachkönig aus Bockum
VON GESA FUCHS - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Krefeld (RP). Patrick Terhuven ist 14 Jahre alt, schlägt im Krefelder Schachclub "Turm 1851" aber schon die Erwachsenen. Bei der Vereinsmeisterschaft will er jetzt die Großen mattsetzen. Sein Traum: ein Duell mit einem Schachmeister.
Bockum Patrick Terhuven ist König des königlichen Spiels: Bei der Bezirks-Einzelmeisterschaft der Schachjugend Linker Niederrhein hat er jetzt in Kranenburg den ersten Platz der unter 16-Jährigen gewonnen. Zudem holte er mit seinen gerade einmal 14 Jahren den Vereinspokal des Krefelder Schachklubs Turm 1851, bei dem er auch gegen die Erwachsenen antreten musste.
Training am Schönwasserpark
Seit zwei Jahren sind zwei Abende in der Woche für Patrick fest ver-plant. Dann taktiert er im Schachklub am Schönwasserpark bis in die Nacht, auf dass sein König – im Persischen heißt der "Schach" – nicht "matt" geht – das steht im Persischen für "tot". In seinem Trainingsteam ist er nicht der Jüngste. Der zehnjährige Johannes kennt ebenfalls die Regeln des königlichen Brettspiels.
Schachverein "Turm"
Verein: Der Krefelder Schachklub Turm 1851 dürfte mit seinen 161 Jahren der älteste Sportverein der Stadt sein. Wer reinschnuppern möchte: Dienstag- und Freitagabend wird gespielt.
Angebot: Dreimonatiger kostenloser Schnupperkursus.
Info: Krefelder Schachklub Turm 1851 e.V., Ruf: 542233 oder www.turm-krefeld.de.
Der Bockumer Patrick Terhuven, der die neunte Klasse des Uerdinger Gymnasiums Fabritianum besucht, erlernte die ersten Grundzüge des Schachspiels am Computer und nicht durch seine Eltern, wie die meisten seiner jungen Mitstreiter. "Da war ich noch in der Grundschule", erinnert er sich. Im Fabritianum nahm er dann an einer Schach-AG teil, die mit Bernhard Sievers von einem der Betreuer des Vereins geleitet wird. "Patrick konnte man allerdings nicht mehr viel beibringen", sagt der Profi. Mit ihm übernehmen Dieter Ochs und Christian Wüsten die ehrenamtliche Betreuung der jungen und älteren Spieler im "Turm". "Heute Abend waren sogar zwei vierjährige Mädchen da, aber nur um mal in das Spiel hineinzuschnuppern", erzählt Ochs. Er wurde von Patrick beim Turmpokal Ende letzten Jahres entthront. "Der Turmpokal bedeutet mir mehr als der Sieg bei der Bezirks-Jugend-Einzelmeisterschaft", sagt das junge Talent. "Schließlich spielt man um den Vereinspokal auch gegen Erwachsene."
Traumgegner Kasparow
Sein großer Traum ist ein Duell gegen einen wie Kasparow oder den gerade mal 21-jährigen norwegischen Großmeister Magnus Carlsen. Unter www.schach.de spielt Patrick nach der Schule täglich ein paar Blitzpartien. "Die Großen spielen da auch, aber da kommt man nicht ran", sagt er mit leichter Enttäuschung. Was das Faszinierende an dem Spiel ist, weiß er genau: "Man muss sich konzentrieren, flexibel reagieren können und braucht eine Menge Fantasie." Sein Kollege, der 17-jährige Jakob, ergänzt: "Man lernt jemanden kennen, ohne miteinander reden zu müssen." Dass die beiden sich dennoch rege austauschen, liegt an einem weiteren gemeinsamen Hobby: die Politik – Patrick ist Mitglied der Jungen Union, Jakob vertritt die politisch entgegengesetzte Richtung. Dennoch ist für beide höchste Konzentration angesagt, wenn jetzt die Vereinsmeisterschaften starten.
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