Krefeld: Scheitert die Fusion mit Neuss?
VON LUDGER BATEN - zuletzt aktualisiert: 29.10.2007 - 10:00Krefeld (RPO). Auf seinen politischen Instinkt kann sich Herbert Napp verlassen. Auch am Freitag witterte er, dass die Zustimmung zur Stadtwerke-Fusion mit Krefeld keine Formsache ist. Der verletzte Neusser Bürgermeister quälte sich aus dem Krankenbett und hielt sich in seinem Amtszimmer bereit, um an Beratung und Abstimmung im Rat teilzunehmen. Doch dazu kam es nicht.
Gleich zu Beginn des nichtöffentlichen Teils entzündete sich eine heftige Geschäftsordnungsdebatte. Am Ende zog die Verwaltung ihre Beschlussvorlage zurück. Nun soll der Rat am 16. November entscheiden, ob sich die Stadtwerke Neuss (SWN) Energie und Wasser mit 25,1 Prozent an einem gemeinsamen Unternehmen mit den Stadtwerken Krefeld (SWK) beteiligen. „Der Zeitplan wird immer enger“, räumt SWN-Geschäftsführer Heinz Runde ein, „aber wir kriegen das noch hin.“
„Ein Tollhaus“ erlebte Michael Klinkicht, Vorsitzender der grünen Ratsfraktion: „Die Verwaltung war völlig unzureichend vorbereitet.“ In seiner Fraktion, die entschlossen war, mit der CDU für die Fusion zu stimmen, herrsche nun große Unruhe, die Klinkicht mit Vertrauensverlust begründet. Er kündigte an, seine Fraktion werde die Frage des Abstimmungsverhaltens neu aufrufen und neu entscheiden.
„Die Zahl der Bedenkenträger nimmt zu“, bestätigt auch ein Insider, „das Vertrauen in Aussagen der Verwaltung schwindet.“
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