Krefeld: Schulen behalten Hausmeister
VON MARTIN RÖSE - zuletzt aktualisiert: 25.01.2008Krefeld (RPO). CDU und FDP gaben gestern Abend grünes Licht für die Vorbereitung eines zentralen Gebäudemanagements. Es soll Millionen Euro einsparen und die Umwelt weniger belasten. Doch noch ist unklar, ob die Gebäude auch wirklich von einem Regiebetrieb verwaltet werden.
„Ich kann mir eine Schule nicht ohne Hausmeister vorstellen.“ Stadtdirektorin Beate Zielke gab gestern Entwarnung: Das geplante zentrale Management aller städtischen Gebäude werde nicht dazu führen, dass Schulen und Sportplätze plötzlich ohne Hausmeister und Platzwarte dastünden, versprach sie. „Die Zentralisierung setzt eher dahinter an – im Bereich Back-Office“, betonte Zielke. „Wenn 60 Mitarbeiter jeweils weniger als zehn Prozent ihrer Arbeitszeit mit dem Gebäudemanagement beschäftigt sind, dann kann das nicht effizient sein.“
Zielke lobte die Hausmeister und Platzwarte ausdrücklich für ihre Arbeit. Möglicherweise bekämen sie neue Ansprechpartner, wenn es um größere Reparaturen gehe. Denkbar sei beispielsweise eine Hotline. „Die Schulleitungen werden von der Umstellung gar nichts merken“, prophezeite Zielke. „Außer vielleicht, dass manches schneller geht.“
Der Zeitplan
Gestern Der Verwaltungsausschuss beauftragte die Verwaltung, ein Gebäudemanagement vorzubereiten.
Heute Die Stadt bildet jetzt eine Projektgruppe mit Vertretern der betroffenen Fachbereiche.
Morgen Zum 1. Januar 2009 soll das Gebäudemanagement zentral bewerkstelligt werden.
Übermorgen Drei Jahre lang soll der Bereich aufgebaut werden. Dann könnte es auch im Personalbereich zu Einsparungen kommen.
Ein von der Verwaltung in Auftrag gegebenes Gutachten zum Gebäudemanagement hatte in den vergangenen Tagen für Unruhe gesorgt. Es regt an, städtische Gebäude künftig zentral zu managen. Schulleiter fühlten sich von der Verwaltung übergangen, fürchteten, den direkten Draht zum Hausmeister zu verlieren (RP berichtete).
Gestern stand das Gutachten zum Gebäudemanagement auf der Tagesordnung des Verwaltungsausschusses. Es enthalte eine klare Absage an eine Privatisierung des zentralen Gebäudemanagements, betonte Oliver Stoffers vom Krefelder Wirtschaftsprüfungsbüro THP, der an dem Gutachten mitgeschrieben hat. Hintergrund: Bei einer Privatisierung würden die Personalkosten umsatzsteuerpflichtig und damit 19 Prozent teurer.
Ein Einwand, den Ulrich Hahnen (SPD) nicht gelten lassen wollte. „Der Eigenbetrieb ist nur der Zwischenschritt zur Privatisierung“, erklärte er. Vor 15 Jahren sei die Stadt mit fachlicher Begleitung zum umgekehrten Schluss gekommen: Statt zentralen Managements halte dezentrales Management die Wege kurz und erspare Reibungsverluste. Hahnen: „Krefeld liegt im Ranking besser als Städte mit zentral organisiertem Gebäudemanagement.“
Hans-Josef Ruhland (CDU): „Das künftige Gebäudemanagement braucht nicht notwendigerweise ein Regiebetrieb zu sein.“ Die Verwaltung soll nun, so beschlossen es CDU und FDP, eine Projektgruppe mit Vertretern der beteiligten Fachbereiche bilden und im Herbst den Politikern Pläne vorlegen. Frühestens dann soll eine politische Entscheidung fallen.
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