Krefeld: Schulen halten Note zurück
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 28.08.2007Krefeld (RPO). Nach Zentralabi und Zentralen Prüfungen erhalten die Krefelder Schulen die landesweiten Vergleichsergebnisse. Das Schulministerium empfiehlt, die eigenen Daten zu veröffentlichen. Längst nicht alle Schulen wollen mitmachen.
Krefelds weiterführende Schulen erhalten dieser Tage Post vom Schulministerium. Der Inhalt könnte Eltern und Schüler der Seidenstadt interessieren: Im Brief steht, wie im Vergleich zum Landesschnitt die Krefelder Schulen beim Zentralabitur oder den Zentralen Prüfungen für die Klasse 10 abgeschnitten haben. Längst wissen alle Schulen um ihre Durchschnittsnote, sie haben diese dem Ministerium mitgeteilt. Noch hat aber keine Schule sie öffentlich bekannt gegeben.
Werner Vollmer von der Hauptschule „Linner Burgschule“ strebt mit sieben Kollegen genau dies an. „Wir wollen unsere Ergebnisse auf jeden Fall veröffentlichen, wissen aber noch nicht, in welcher Form wir das machen.“ Die Durchschnittsnote seiner Hauptschule teilt er schon jetzt mit: 3,25. Er hat Kollegen von weiteren Hauptschulen angeschrieben. Am 11. September beraten die Rektoren.
Schulamt will Ergebnis
Schulamtschef Rainer Hendrichs würde eine zentrale Veröffentlichung der Daten begrüßen: „Ich würde den Schulen empfehlen, ihre Daten öffentlich zu machen.“
Kritisch äußert sich der Schulamtsleiter darüber, dass die Stadt als Schulträger nicht über die Ergebnisse der Prüfung informiert werde. „Wir würden gerne involviert sein und sind sehr interessiert an diesen Daten.“
„Ich halte nicht viel von Rankings“
Kollegen anderer Schulformen gehen zurückhaltender mit den Informationen um. Wolfgang Schwarz, Rektor der Freiherr-vom-Stein-Realschule, will die Ergebnisse nur schulintern verwenden, Schulpflegschaft und Schulkonferenz sollen davon erfahren. Öffentliche Information will er nicht: „Ich halte nicht viel von Rankings.“ Ähnlich will auch Rolf Neumann vom Gymnasium am Moltkeplatz verfahren: „Ich werde die Ergebnisse den Schulgremien und Schülern der 13. Klasse mitteilen. Das muss reichen.“ Ebenso denkt auch Klaus Neuenhofer von der bischöflichen Marienschule.
Veröffentlichen oder intern verwenden? Für beide Positionen gibt es auf Landesebene Fürsprecher. Das NRW-Schulministerium ist an Transparenz interessiert. „Wir würden das begrüßen“, sagt Andrej Priboschek, Pressesprecher des NRW-Schulministeriums. Er empfiehlt, dies über die schuleigene Internetseite oder bei einer Pressekonferenz bekannt zu machen. Es stehe jedoch jeder Schule noch frei. Für die Zukunft kann er sich vorstellen, die Sache zur Pflicht zu machen.
Andreas Meyer-Lauben hingegen, GEW-Landesvorsitzender (Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft), warnt Schulen vor der Veröffentlichung: „Das sind Gelüste des Ministeriums. Sie wollen Konkurrenz zwischen Schulen erzeugen. Das ist wenig dienlich.“
Andere Schulen sind deshalb unschlüssig: Thekla Zachrau, Direktorin der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule: „Ich weiß noch nicht, ob wir die Ergebnisse öffentlich machen.“ Ihr Kollege Ralf Sänger von der Robert-Jungk-Gesamtschule glaubt, dass er sich der Mehrheit beugen wird: „Viele Schulen werden das Ergebnis mitteilen. Da werden wir nicht drumherum kommen, unsere Daten auch zu präsentieren.“
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