Krefeld: Schulleiter-Schelte: Eltern-Brief an Fabel
zuletzt aktualisiert: 09.02.2012Krefeld (RP). Die Elternvertreter unterschiedlicher Krefelder Schulen und Schulformen haben in einem offenen Brief an den CDU-Fraktionsvorsitzenden Wilfrid Fabel zu einem sachlicheren Umgang aufgefordert.
Wie berichtet, hatte Fabel mehrfach die Vermutung geäußert, Schulleiter würden auf Sanierungsbedarf an ihren Schulen hinweisen, um von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Auch gab er Schülern und Eltern eine Mitschuld am schlechten Zustand der Krefelder Schulgebäude. Wörtlich sagte Fabel: "Offensichtlich scheint es so zu sein, dass dort, wo Schüler, Elternschaft und Lehrerkollegium ein Augenmerk auf Vandalismus und Zerstörungen haben, wo also Ordnung und Sauberkeit nicht nur Sekundärtugenden sind, der Zustand von Schulen besser ist als dort, wo diese Begriffe verpönt sind."
Die Elternvertreter schreiben nun an Fabel: "Ihre Äußerungen zu Ordnung und Sauberkeit an Krefelder Schulen möchten wir nicht unkommentiert im Raum stehen lassen. Wenn Schulleiter berechtigterweise auf bauliche Mängel und Sanierungsbedarf hinweisen, ist dies mit Sicherheit kein Ablenkungsmanöver von ,eigenen Unzulänglichkeiten'."
Die Elternvertreter schreiben, sie schätzten ihre Schulleiter und stünden mit Überzeugung hinter ihnen und ihrer Arbeit. "Kein Mensch ist dabei frei von Fehlern und Schwächen – auch Sie nicht, Herr Fabel", heißt es in dem Brief. "Unsere Schulen müssen nicht saniert werden, weil sich ein paar Schüler daneben benehmen. Das Stadthaus muss auch nicht saniert werden, weil städtische Bedienstete einen mangelnden Ordnungs- und Sauberkeitssinn haben. Es geht vielmehr um schwere bauliche Mängel wie undichte Dächer, marode Fenster und mangelnden Brandschutz, um nur einige Dinge aufzuzählen."
Die Eltern verweisen darauf, dass sie mit Hilfe der Fördervereine auch finanzielle Lasten geschultert hätten, die in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Krefeld fallen. "Einige Schulen profitieren hiervon mehr als andere. Wo gut situierte Eltern in den Geldbeutel greifen, sieht es meist auch besser aus", heißt es in dem Schreiben. "Wären an unseren Schulen so viele Baustellen zu finden wie auf Krefelds Straßen, müssten wir diese Diskussion nicht führen". Mit Wohlwollen nähmen die Elternvertreter zur Kenntnis, dass der Schul-etat weiter aufgestockt wurde. Dies sei ein Schritt in die richtige Richtung. In dem Schreiben heißt es weiter: "Abschließend möchten wir klarstellen, dass wir Vandalismus und Zerstörung öffentlichen Eigentums auf das Schärfste verurteilen. Es mag Eltern geben, bei denen Ordnung und Sauberkeit ,verpönt' sind – es gibt aber auch Politiker, die korrupt sind."
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