Krefeld: Schulpflicht trotz Streiks
VON MARTIN RÖSE - zuletzt aktualisiert: 04.02.2010 - 12:29Krefeld (RPO). Heute sollen in Krefeld sämtliche Straßenbahnen und zahlreiche Buslinien ausfallen; darunter auch Schulbusse. Auch Kindertagesstätten sind vom Warnstreik betroffen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Streik.
Muss mein Kind heute in die Schule?
Ja. "Trotz des angekündigten Warnstreiks bei Bussen und Bahnen gilt für alle Schüler Schulpflicht", erklärt Ursula Zipperer vom NRW-Schulministerium. Eltern stehe es nicht frei, ob ihre Kinder zur Schule gehen oder nicht. "Die Rechtslage ist anders als beispielsweise bei starkem Schneefall oder Eisglätte." Zipperer rät Eltern, Fahrgemeinschaften zu bilden. Die Schulen haben ihre Schüler bereits auf die Schulpflicht hingewiesen. Auf der Internetseite des Arndt-Gymnasiums heißt es beispielsweise: "Trotz der angekündigten Warnstreiks im öffentlichen Dienst und den damit verbundenen Ausfällen von Bussen und Bahnen findet der Unterricht am Donnerstag, 4. Februar, planmäßig statt."
SWK Mobil: Was geht
Fährt nicht: Alle Straßenbahnlinien (inklusive U76) und zahlreiche Busse im gesamten Krefelder Stadtgebiet.
Fährt: 062, 064, 065, 066, 067, 068, 074 und 839 – alle ohne Einschränkungen. Voraussichtlich ohne Einschränkungen: 063. Mit Einschränkungen: 055, 056. Achtung: Beide Linien haben keinen Anschluss an "Edelstahlwerk Tor 3"!
Wird die Verkehrssituation in der Stadt chaotisch?
Ja. Die Polizei rechnet mit deutlich mehr Individualverkehr in der Stadt. Zusätzlich werden viele Schüler mit dem Fahrrad unterwegs sein. Besondere Maßnahmen plant die Krefelder Polizei allerdings nicht. "Wenn der Verkehr zähflüssig ist, sinkt erfahrungsgemäß die Unfallgefahr", erklärt Polizeisprecher Wolfgang Lindner. Seine Empfehlung: genügend Zeit für die Fahrt zur Arbeit einkalkulieren und deutlich früher losfahren. "Denn auch die Suche nach Parkplätzen wird heute deutlich länger dauern als an einem normalen Tag." Die Regionalzüge der Deutschen Bahn werden deutlich stärker genutzt als üblich, weil beispielsweise auch die U76 nach Düsseldorf bestreikt wird.
Bekomme ich heute ein Taxi?
Mit sehr viel Glück ja. "Wenn gestreikt wird, herrscht bei uns Land unter", erklärt Robert Gleixner, Geschäftsführer des Krefelder Taxi-Rufs. Gestern gab es zwar kaum mehr Vorbestellungen als üblich, aber erfahrungsgemäß werden heute früh die Anrufe bei der Zentrale eingehen (Telefon 22222). "Kunden müssen mit deutlich längeren Wartezeiten als üblich rechnen", erklärt Gleixner. 132 Taxifahrer werden heute im Einsatz sein.
Sind auch andere Bereiche wie Kitas oder Sparkasse betroffen?
Ja. Auch in der Stadtverwaltung, dem Zoo, der Sparkasse und der EGK soll es heute Warnstreiks geben. "Wir haben für 10 Uhr zu einer zentralen Kundgebung in Mönchengladbach aufgerufen, an der auch Erzieherinnen aus Krefeld teilnehmen", erklärt Stephanie Peifer, stellvertretende Verdi-Chefin des Bezirks Linker Niederrhein. Die Einschränkungen in den Kitas seien jedoch gering. "Das ist nicht vergleichbar mit dem Streik der Erzieherinnen vergangenes Jahr."
Warum streikt Verdi eigentlich?
Seit vor fünf Jahren der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst eingeführt wurde, gab es zwei Tariferhöhungen: Im Jahr 2008 3,1 Prozent mehr, zum 1. Januar 2009 2,8 Prozent mehr. Jetzt fordert Verdi fünf Prozent mehr. Die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot vorgelegt.
Martin Röse stellte die Antworten zusammen.
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