Krefeld: Sehr persönliche Einblicke ins Lager-Leben
zuletzt aktualisiert: 14.08.2012Krefeld (RP). Die Ausstellung mit zahlreichen Dokumenten erklärt sich von selbst. Ungewöhnlich für eine Darstellung auf Stellwänden ist die Intensität: Die zahlreichen Dokumente und persönlichen Aufzeichnungen haben die Qualität von O-Tönen und beschreiben die Hoffnungen und die Hoffnungslosigkeit, das Leid, das sich oft über viele Jahre erstreckte.
"Litzmannstadt war nach Warschau das zweitgrößte Ghetto im deutsch besetzten Bereich und das, das am länghste existiert hat", sagt Kuratorin Karola Fings. Die Ausstellung "1941 – Deportiert ins Ghetto" ist eine Kooperation des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und Erinnerungsorte in NRW, erarbeit von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Archiv Lodz. Das Werkhaus zeigt dsie Wanderschau als zweiten Teil des Projekts "1941" – der erste Teil hatte sich unter dem Titel "Der tiefe Schnitt" mit dem Überfall der Sowjetunion auseinandergesetzt.
Ingrid Schupetta vom Krefelder NS-Dokumenationszentrum ist dankbar, dass die Schau von den größeren Zentren zusammengestellt wurde: "Wochenlange Forschung vor Ort wäre für mich unmöglich. Wenn ich weg bin, ist die Dokumentationsstelle zu." Das Werkhaus sei nicht nur wegen des Platzes Ausstellungsort: "Hier finden auch Menschen, die zu anderen Angeboten kommen, Zugang zur Schau", sagt sie. Darauf baut man im Südbahnhof, wie Anja Jansen betont. Deshalb gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm.
Im Südbahnhof werden Filme gezeigt ("Der Golem, wie er in die Welt kam", "Jakob, der Lügner"), es gibt Musik aus den 1930er Jahren und Lesungen sowie Kuratorenführungen; Info: 02151 5301812. In der VHS lädt Götz Aly zur Diskussion über seine These, dass das Grundgefühl Neid den deutschen Antisemitismus spezifiziere (6. September). In der Villa Merländer ist Moritz Pfeiffer zu Gast mit seinem Buch "Meine Großeltern, die Nazis?". Außerdem gibt es Rundgänge über den Jüdischen Friedhof.
Infos Flyer mit allen Veranstaltungen gibt es in der Ausstellung im Südbahnhof, Saumstraße 9. Der Katalog zur Ausstellung kostet zehn Euro.
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