Krefeld: Seit 40 Jahren ein Kämpfer
zuletzt aktualisiert: 06.05.2010Krefeld (RPO). Als einziger leitet Florian Hahn eine Sportschule in Gartenstadt, die sich einer chinesischen Kampfmethode widmet: Shaolin Kempo. Die Karate-Variante ist eine von Mönchen überlieferte Mischung aus Härte und Philosophie.
Die Schule
Shaolin Kempo Krefeld
Trainingsort Turnhalle Breslauer Straße Leiter Florian Hahn
Kontakt Telefon 02065 20562, 0179 6990866 und
Gartenstadt (RP) Es ist eine hierzulande eher unbekannte Kampfsport-Art, die Florian Hahn seit nunmehr 40 Jahren betreibt: Shaolin Kempo. Sie geht auf das japanische Karate zurück und ähnelt dem populären Kung Fu. Hahn, der morgen 63 Jahre alt wird, ist mehrfacher Meister in Shaolin Kempo und lehrt den Sport als einziger in Krefeld in seiner Schule in Gartenstadt.
Shaolin Kempo, das vor mehr als 2000 Jahren von chinesischen Mönchen gegründet wurde, kam im Jahr 1967 über Holland nach Deutschland. Florian Hahn war sofort fasziniert von der Sportart, deren Name frei übersetzt "harter, aber philosophischer Stil" bedeutet. Er gab den Boxsport auf, um sich ab 1968 ganz dem asiatischen Kampfsport zu widmen. Durch hartes Training, außergewöhnliches Engagement und den Besuch zahlreicher Lehrgänge und Wettkämpfe konnte er bereits im Jahr 1972 seine "Meisterprüfung", den 1. Dan, ablegen. Er ist vergleichbar mit dem Schwarzen Gürtel in anderen Kampfsportarten. Ebenfalls 1972 eröffnete Hahn seine Shaolin Kempo Schule in Gartenstadt. Seit 38 Jahren unterrichtet er dort ehrenamtlich und trainiert auch heute noch einmal wöchentlich Schüler unterschiedlichster Grade.
Während der vergangenen 40 Jahre nahm Florian Hahn an zahlreichen Weiterbildungen und Seminaren teil, um weitere Dan-Prüfungen abzulegen. Mitte 2009 bekam er die höchste Auszeichnung des chinesischen Kampfsports, in dem er den 9. Dan entgegennahm. Obwohl er damit eigentlich schon ziemlich ausgelastet war, reizten ihn auch artverwandte Sportarten. So ist er auch hochdekoriert im so genannten Dju Su und Karate.
Hahn vertritt den Sport seit jeher weit über Krefelds Grenzen hinaus. "Als Lehrer in Seminaren und Lehrgängen ist er beliebt und geschätzt, und als lizenzierter Kampfrichter bei Turnieren ist er gefürchtet", sagt seine Schülerin und Vereinsmitglied Nani Vinken. Von seinen Schülern werde er als umsichtiger, aber harter Trainer geschätzt, der stets bemüht sei, sein vielfältiges Wissen zu vermitteln.
Er selbst gibt sich – wie es unter seinen asiatischen Vorbildern üblich ist – bescheiden. "Es ist nicht unser Ziel, mit Techniken zu prahlen oder sie gar im täglichen Leben anzuwenden. Wir sind Sportler, die trainieren, um eine der härtesten und umfangreichsten chinesischen Kampfkünste zu erlernen." Es gehe um Disziplin und Körperbeherrschung. Wer seine Aggressionen auf diese Weise ausleben wolle, sei fehl am Platz. "Wir bilden hier keine Schlägertypen aus" sagt Florian Hahn.
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