Krefeld: Signale an der Rheinfront
VON VON BÄRBEL KLEINELSEN UND JOCHEN LENZEN - zuletzt aktualisiert: 07.06.2007Krefeld (RPO). Heiß diskutierten gestern am Stand der RP auf dem Uerdinger Wochenmarkt Bürger mit Lokalpolitikern. Umstritten ist weiterhin der Neubau des Kohlekraftwerks auf dem Bayer-Gelände. Positiv schnitten Wochenmarkt und Niederstraße ab.
Direkt in die Offensive ging Ulrich Bäumler gestern bei der Mobilen Redaktion der RP auf dem Uerdinger Wochenmarkt: „Haben die Krefelder Lokalpolitiker überhaupt ein Interesse an Uerdingen?“ Er glaube beispielsweise nicht, dass aus dem Rheinblick-Projekt noch etwas werde, wenngleich es eine große Nachfrage nach attraktiven Lokalen an der Rheinfront gebe. Ingo Kloes, 71, stieß in dasselbe Horn. Er lebt seit 40 Jahren am Rhein in Uerdingen. „Ich glaube nicht, dass ich noch erlebe, dass wir eine Rheinpromenade bekommen. Dabei ist es am Rhein so schön. Aber das interessiert die Politiker ja nicht. Der schöne historische Marktplatz dient schließlich auch als Parkplatz und die Oberstraße stirbt langsam aus.“
Darum ging’s
Themen Rheinblick und -Promenade; Kraftwerk, Tunneldurchstich; Eiserner Rhein; Lkw-Verkehr; Röttgen-Projekt; Müllpolizei; Wochenmarkt, Kirmes.
Aus der Politik antworteten: Elmar Jakubowski (CDU); Burkhard Frohnert (SPD); Joachim C. Heitmann, Daniel Dick (FDP); Christoph Bönders, Monika Nelles (Grüne).
Beginn mit Rheintor-Sanierung
„Uerdingen ist für Krefeld vor allem auch von großer wirtschaftlicher Bedeutung und würde von dem Rheinblick-Projekt mit Wohnungen, Gastronomie, Büros und Freizeitangeboten profitieren“, entgegnete Joachim C. Heitmann (FDP). Zurzeit liefen notwendige Abstimmungsgespräche mit Bayer. „Bis Ende des Jahres sollten wir wissen, was dort möglich ist.“
Mit der Sanierung des Rheintors, der Deichsanierung und -attraktivierung und mit dem bevorstehenden Abriss der Rheinlust-Ruine würden Signale gesetzt, ergänzte Bezirksbürgermeister Elmar Jakubowski (CDU) „Wir hoffen, dass dadurch Investoren angeregt werden, zuzugreifen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen.“
Holger Dick erkundigte sich nach dem Stand der Dinge zum Thema Tunneldurchstich für Radler und Fußgänger zwischen Bahnhof und Langestraße. Das sollte noch in diesem Jahr klappen, meinte Burkhard Frohnert (SPD). „Die Landesmittel sind da.“ Unklar sei nur noch, wer die Vordächer an Ein- und Ausgang bezahle.
Zum Thema Schallschutz gegen den Eisernen Rhein an der Lange- und anderen anliegenden Straßen befragte Heinz Oerter den Bezirksbürgermeister. „Wenn Schallschutzmaßnahmen in Oppum kommen, müssen sie auch bis zur Langestraße durchgezogen werden. Das hat die Bezirksvertretung einstimmig so gefordert“ erklärte Jakubowski.
Über den Lkw-Verkehr auf der Mündelheimer Straße beklagte sich Manfred Aey: „Dort fahren trotz Verbots sogar Abfall- und Gefahrguttransporte. Neben größeren Schildern sollten auch häufigere Kontrollen, künftig aber an den richtigen Stellen, für Abhilfe sorgen.“ Jakubowski versprach, das Thema erneut in der Bezirksvertretung anzusprechen.
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