Krefeld: So wird das renovierte Theater
VON PETRA DIEDERICHS - zuletzt aktualisiert: 22.06.2009Krefeld (RPO). Mit der Operngala am 21. August geht der Spielbetrieb am Theaterplatz wieder los. Viel ist zu noch zu tun. Noch viel mehr hat sich getan. Allerdings ist nicht alles zu sehen. Von 9,5 Millionen Euro floß viel in Brandschutz.
Der rote Vorhang steckt in einer Plastikabdeckung. Die Bühnenzüge wirken wie ein Skelett. Es gibt nur eine Handvoll Scheinwerfer. Der Bühnenboden ist abgedeckt mit spanischen Milchkartons: "Fehldrucke, das ist am billigsten und schützt", erklärt Rainer Lauwigi, Technischer Direktor des Theaters. Denn der Boden ist neu, 320 Quadratmeter frisches Holz, tiefschwarz gestrichen. "Das Ballett würde sich natürlich über einen Schwingboden freuen, der Gelenke und Bänder schont, aber dafür reicht das Geld nicht", sagt er. Im Rheydter Theater ist so ein Boden gesponsert worden, und für die fehlenden 70 000 Euro in Krefeld sammeln die Balettfreunde bereits.
Die Umzüge
Das TaZ muss geräumt werden – ein Teil geht wieder ins Theater – allein 600 Scheinwerfer müssen wieder installiert werden.
Ein Teil geht ins Gladbacher Ausweichquartier TiN.
Büros und Schreinerei von der Lewerentzstraße müssen zurück zum Theaterplatz, das Rheydter Haus muss leer gezogen werden.
Nur 350 000 Euro für die Bühne
Es gab viele Debatten ums Geld für die Renovierung des Theaters. Nicht alles, was nötig war, konnte gemacht werden. Nicht nur die Untermaschinerie wurde mangels Geldes gestrichen – auch hinter den Kulissen blieb vieles unverändert: Die Künstlergarderoben sind verwohnt, seit Jahren nicht gründlich renoviert, abgenutzte Möbel von vor Jahrzehnten haben den Charme einer Verlegenheitslösung in einer ausgedienten Schul-Umkleide. Und an der Rückseite sind nicht alle maroden Fenster erneuert worden. Viel Geld floss dahin, wo es auf den ersten Blick nicht zu sehen ist – in Brandschutzmaßnahmen. "Von den 9,5 Millionen Euro sind nur 350 000 Euro auf der Bühne geblieben", sagt Lauwigi: "Das ist der Bereich, mit dem das Theater sein Geld verdient."
In die Reihen der neuen Stühle im Publikumssaal ist gut sichtbar ein Tonmischpult installiert worden. "Vor allem bei Musicals ist dort eine viel exaktere Steuerung möglich", sagt der Technische Direktor. Auch oben gibt es eine neue Tonanlage, die den Theaterbesucher jetzt auch Surround-Klang erleben lässt. Im Foyer fällt ein frischer Roséanstrich auf, die vielen Sprinkler und Notlampen in der Decke und die neue Deckenverkleidung im oberen Foyer – wo auch die kleine "Blackbox"-Bühne erneuert ist – entdeckt man beim genauen Hinsehen.
Dort, wo jetzt ein Holzverschlag den Standort des Behinderten-Aufzugs ankündigt, muss in den nächsten Tagen noch die Decke durchbrochen werden. Viel Staub fällt bei diesen Arbeiten an, Putzkolonnen haben derzeit ein Abo im Theater. "Wir müssen eine strengen Zeitplan einhalten. Denn wir müssen aus dem TaZ raus", erinnert der Technik-Direktor. "Und wir stehen unter Kostendruck, wir müssen möglichst wenig Überstunden machen." Die Urlaubspläne sind auf den großen Umzug abgestimmt. Denn zur Operngala am 21. August kommt der rote Vorhang aus seiner Hülle.
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