Krefeld: Sonderaktion sauberes Hüls
VON JOCHEN LENZEN - zuletzt aktualisiert: 07.09.2006Krefeld (RPO). Von Oktober bis Ende 2007 werden der kontaminierte Boden und die Teergruben unter dem ehemaligen Gaswerk an der Cäcilienstraße ausgetauscht und entleert. Abfahrt per Lkw über eine Baustraße neben der Schlufftrasse.
Ab Oktober wird der Boden des ehemaligen Gaswerkstandorts an der Hülser Cäcilienstraße rechts neben dem Wasserturm saniert. Im Boden der dortigen Wasserschutzzone II wurden nach der Untersuchung 2001 Polychlorierte Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Cyanide und Phenole nachgewiesen. Darüber hinaus ist das Grundwasser oberhalb einer Tonschicht durch PAKs kontaminiert. Grundwasser wird dort aus der unbelasteten Kiesschicht unterhalb einer Tonschicht gefördert, sagten Umweltamtsleiter Helmut Döpcke und Dr . Reinhold Strotmann (Umweltberatung GmbH), als sie gestern mit Wilfried Berger von der Grundstückseigentümerin SWK und Antonius Gesterkamp (Umweltamt Krefeld) das Sanierungsprojekt vorstellten.
In zwei Schritten bis Ende 2007
Den Kern der Bodenbelastungen, die zu einer Verunreinigung des Grundwassers geführt haben, beziehungsweise bei denen eine Verunreinigung zu erwarten ist, machen etwa zwei Drittel des 4000 Quadratmeter umfassenden Sanierungsgeländes aus. Diese Fläche wird bis Juli 2007 saniert. Der Boden des nördlich angrenzenden dritten Drittels ist nur stellenweise belastet und gefährdet das Grundwasser laut Untersuchung nicht. Dieses letzte Drittel wird anschließend im zweiten Schritt saniert.
Zunächst wird im Oktober und November die Baustelle eingerichtet, anschließend bis Februar der kontaminierte Boden ausgehoben (etwa 11 200 Kubikmeter) und über eine Baustraße entlang der Schlufftrasse über die Zufahrt zu den Supermärkten, die Kempener- und Venloer Straße abtransportiert. Im Mittel werde man mit fünf bis zehn Lkw am Tag rechnen müssen, meinte Döpcke. Die unterirdischen Teergruben werden zur Vermeidung von Geruchsemmissionen unter einem Zelt mit Unterdruck (Einhausung), punktuell auch durch Großlochbohrungen entleert. Dabei wird die Luftbelastung durch permanente Messungen überwacht, erklärten die Fachleute. Schließlich werden die Flächen mit neuem Boden wieder gefüllt, so dass eine ebene Fläche zurückbleibt, die nicht bebaut werden darf (Wasserschutzzone II). Der Wasserturm und die gerade erneuerte Filteranlage liegen außerhalb des Sanierungsbereichs und bleiben erhalten.
Das Hülser Gaswerk, das 1938 seinen Betrieb einstellte, ist das letzte von Fünfen, die seit Ende der 80er Jahren sukzessive abgerissen und deren Böden saniert wurden. Das Hülser Projekt kostet knapp drei Millionen Euro, wovon das Land 80 Prozent trägt.
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