Krefeld: Sorgenkind Feuerwache
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 31.07.2007Krefeld (RPO). Die Zustände in der maroden Hauptfeuerwache werden immer unerträglicher. Die Stadt sucht ein Gelände für den Neubau. Favorit ist der Güterbahnhof Ritterstraße. Aus der alten Wache könnten Wohnungen werden.
Das Thema Feuerwehr brennt der Stadt unter den Nägeln. Die alte Hauptwache an der Florastraße ist nicht mehr zeitgemäß: Das Dach ist undicht, Rohre platzen, der Hof muss geflickt werden, Wachleute ziehen sich in Containern um. „Die Situation eskaliert derzeit“, sagt Feuerwehrchef Josef Dohmen. Nicht nur er fragt sich: Wohin zieht die Feuerwache? Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben Kontakt mit Grundstückseigentümern aufgenommen. Heißer Kandidat: der Güterbahnhof an der Ritterstraße.
Die Stadt verhandelt derzeit mit der Investmentgruppe Aurelius, die die Bahn vertritt. Problem: Die dort zur Verfügung stehende Fläche ist 70 000 Quadratmeter groß. Die Feuerwache benötigt nur 22 000 Quadratmeter Fläche. Baudezernent Thomas Visser: „Wir könnten die gesamte Fläche kaufen und einen Gewerbetreibenden suchen, der die Restfläche von rund 50 000 Quadratmeter übernimmt.“ Die Wirtschaftsförderung sucht jetzt nach Interessenten. Einzelhandel darf es nicht sein, das passt nicht ins Zentrumskonzept. Wohl aber eine KFZ-Werkstatt oder ein Unternehmen aus den Bereichen Lager und Logistik. „Die Alternative ist, dass die Stadt nur 22 000 Quadratmeter kauft“, erklärt Thomas Visser. Die zweite Variante wäre für Aurelius weniger komfortabel. Die Trümpfe liegen beim Verkäufer.
Standort Florastraße
Zukunft Der Baudezernent sieht die Zukunft des Standortes Florastraße optimistisch. Er kann sich vorstellen, dort in Zukunft hochwertigen Wohnraum anzubieten.
Lage Visser: „Die Florastraße wird ohne Feuerwehr eine ruhige Straße sein. Es gibt steigenden Bedarf für komfortable Wohnungen mit ungewöhnlichem Zuschnitt.“ Auch Josef Dohmen sieht in Wohnbebauung eine optimale Nutzung.
Florastraße: Viel Geld für nichts
Die Krefelder Feuerwehr ist in Aufbruchsstimmung. Zu lange schon hat sie in dem heute 100 Jahre alten Gebäude „residiert“. „Vergleichbare Zustände gibt es in keiner NRW-Stadt“, sagt Feuerwehrchef Josef Dohmen: „Wir investieren viel in Reparaturen am Standort Florastraße, doch dieses Geld ist verschenkt. Ich hoffe, dass bis Ende des Jahres ein Grundstück gefunden ist.“ Für ihn spielen zwei Kriterien eine wichtige Rolle: Zentralität und Verkehrsanbindung. „Die Wache darf weder zu weit im Süden, noch zu weit im Norden liegen. Sonst bräuchten wir zu lange nach Linn oder nach Hüls.“ Außerdem sei die verkehrliche Anbindung ein wichtiger Faktor: „Die Florastraße war als Standort nicht schlecht, weil sie direkt am City-Ring lag.“
Die von der Feuerwehr akzeptierte zweite große Lösung wäre der Großmarkt. Dohmen sagt: „Bei allen anderen Standorten werden die Kröten, die man schlucken muss, immer größer.“ Drei bis vier andere Flächen in der Stadt sind laut Visser im Rennen. Er beruhigt: „Wir klopfen die verschiedenen Standorte jetzt ab und kommen dann zu einer vernünftigen Lösung.“ So schnell wie möglich wolle man der Feuerwehr einen Umzug ermöglichen.
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