Krefeld: SPD: Ja zum Steinkohlekraftwerk
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 19.09.2007Krefeld (RPO). In einem außerordentlichen Parteitag am 8. Oktober wird sich die Krefelder SPD für ein Steinkohlekraftwerk in Uerdingen aussprechen. So sehen es zwei Alternativen eines Antrags an den Parteitag vor, die Parteichef Bernd Scheelen und Fraktionschef Ulrich Hahnen gestern der Presse vorstellten. Unterstützung bekommen die Genossen an diesem Abend von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, der zu Gast in Krefeld sein wird.
Die erste Variante akzeptiert den Bau einer 800-Megawatt-Anlage, die zweite spricht sich für eine 400-Megawatt-Anlage aus. Diese hätte den Vorteil, dass ihr Wirkungsgrad wesentlich höher werde, wenn die gleiche Menge des Dampfes wie bei der großen Anlage abgenommen würde.
Gemeinsam ist beiden Anträgen, dass die SPD eine Energiewende fordert. „Krefeld soll eine Modellstadt des Energiewandels werden“, sagte Scheelen. In den nächsten zehn Jahren müssten mindestens zehn Prozent des Krefelder Verbrauchs von Strom, Gas und Wärme durch regenerative Energien oder durch Kraft-Wärme-Kopplung gedeckt werden. Außerdem müsste Krefeld die CO2-Emmissionen deutlich senken.
Die SPD knüpft das Ja zum Kraftwerk an Bedingungen. So soll die Wärme-Auskoppelung vorangetrieben werden. Krefeld soll den Ausbau seines Fernwärmenetzes prüfen. Bayer soll die alten Kohlekessel abschalten, wenn das neue Kraftwerk läuft. Die anderen Kessel sollen zu späteren Zeitpunkten ersatzlos stillgelegt werden. Bandförderanlagen und Kohlebunker müssen eingehaust werden.
Die Entscheidung sei Folge vieler Diskussionen, bei denen sich die SPD von Fachleuten beraten ließ, erklärte Scheelen. So seien auch im Jahr 2050 Steinkohlekraftwerke weiterhin nötig. Das in Uerdingen geplante Werk sei das einzige, bei dem ständig Dampf ausgekoppelt werde. Daher sei es besonders effektiv. Und natürlich spielte auch die Frage der Arbeitsplätze eine wichtige Rolle.
Seit längerem schon verdichteten sich Hinweise, dass sich Scheelen für die Bejahung des Kraftwerkes einsetzte, während Hahnen dem skeptischer gegenüber stand. Beide bemühten sich gestern, jeden Eindruck einer Meinungsverschiedenheit zu vermeiden. Scheelen betonte, er wünsche Diskussionen. Hahnen sagte: „Zwischen Bernd Scheelen und mich passt kein Blatt Papier.“ Und warum positioniert sich die Partei in dieser Frage so stark, obwohl das Sympathien kosten kann? Scheelen: „Parteien brauchen Profile und müssen sich positionieren.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



