Krefeld: Sprechstunde zu Bluthochdruck
zuletzt aktualisiert: 21.08.2010 - 11:57Unter Hochdruck leben - das hört sich so ungesund an, wie es tatsächlich ist: Denn ein hoher Blutdruck (Hypertonie) wirkt sich auf Herz, Hirn und Nieren aus, kann auf Dauer zu Infarkt und Schlaganfall führen.
Besonders gefährlich daran: Wer ihn hat, spürt ihn oft nicht. „So kommt es, dass manche Menschen über 20 Jahre unbemerkt mit einem hohen Blutdruck leben, und auf einmal einen Herzinfarkt erleiden“, sagt Paul Ridderskamp, Internist aus Krefeld.
Negativen Stress vermeiden
Er gehört zusammen mit seinen Kollegen Knut Krausbauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, und dem Kardiologen Ulrich LeBlanc zu den Experten der aktuellen RP-Sprechstunde in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) mit dem Thema „Bluthochdruck“. Am kommenden Mittwoch, 25. August, werden die drei Internisten den RP-Lesern von 18 bis 20 Uhr im Seidenweberhaus, Theaterplatz 1, Rede und Antwort stehen.
Dann wird Paul Ridderskamp sich mit der Früherkennung befassen und die Risiken erläutern, die einen hohen Blutdruck verursachen können: „Es geht darum, ab welchem Zeitpunkt man zum Arzt gehen sollte, um eine sinnvolle Behandlung zu beginnen.“ Hausarzt Knut Krausbauer hat das Thema „Vorbeugung und Behandlung“ gewählt: „Wer sich mehr bewegt, ein paar Kilo abnimmt und negativen Stress vermeidet, unternimmt schon etwas gegen zu hohen Blutdruck.“ Krausbauer erläutert bei der RP-Sprechstunde, welche Sportarten geeignet und welche Diäten vernünftig sind - auf seinem Programm steht jedoch auch ein kurzer Exkurs zu möglichen Nebenwirkungen von Medikamenten.
Die medikamentöse Therapie von Bluthochdruck ist indes der Themenschwerpunkt des Krefelder Kardiologen Ulrich LeBlanc. Sein Credo: Nicht jeder, der einmal erhöhte Blutdruckwerte hat, muss sofort Tabletten schlucken. „Die Summe der Risikofaktoren und der Begleiterkrankungen, die ein Mensch in sich vereinigt, bestimmt, ab wann und wie wir ihn behandeln.“ LeBlanc wird die fünf verschiedenen Klassen von Medikamenten gegen Bluthochdruck vorstellen und erklären, welche von ihnen wie eingesetzt werden. „Im Durchschnitt nimmt ein Patient drei verschiedene Medikamente“, sagt LeBlanc.
Wobei ein Zuckerkranker anders therapiert wird als jemand, der etwa eine Herzschwäche hat - ebenso erhalten ältere Patienten andere Arzneien als jüngere. Allen könnte es jedoch schon weiterhelfen, wenn sie beim Essen keinen Salzstreuer mehr auf den Tisch stellen. Denn: „Je nachdem, wie gut die Regulierung des Wasser- und Salzhaushaltes des Körpers durch die Nieren funktioniert, neigt ein Mensch zu hohem Blutdruck.“ Weniger Salz mit der Nahrung und zusätzlich entwässernde Medikamente zu sich zu nehmen - das sind in solchen Fällen schon therapeutische Maßnahmen.
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