Krefeld: Stadtwerke Düsseldorf wollen SWN immer noch
zuletzt aktualisiert: 07.11.2007Krefeld (RPO). Im Poker um die Fusion der Stadtwerke aus Neuss und Krefeld sitzt seit gestern wieder ein Spieler am Tisch, der scheinbar schon ausgestiegen war – doch der Schein trog.
Die Stadtwerke Düsseldorf (SWD), deren 54,95-prozentiger Mehrheitsgesellschafter der Energieriese EnBW ist, hat der Stadt Neuss ein Angebot unterbreitet, das gestern unter anderem Bürgermeister Herbert Napp sowie den Vorsitzenden der fünf Ratsfraktionen per Boten zugestellt wurde. Die Kernaussage: SWD zahlen insgesamt 50 Millionen Euro für Minderheitsbeteiligungen an der Stadtwerke Neuss (SWN) Energie und Wasser GmbH (34,9 Prozent) sowie an der Abfall- und Wertstofflogistik (AWL) Neuss GmbH (49,9 Prozent).
Unterdessen wächst der Druck aus Krefeld auf die Neusser Entscheidungsträger. Bei seiner jüngsten Sitzung am Montag forderte der Aufsichtsrat der Stadtwerke Krefeld von der Neusser Politik eine baldige Zustimmung für das Projekt. SWK-Aufsichtsratschef Ulrich Hahnen (SPD): „Es ist eine enge Zeitschiene. Wir haben nun die dringende Notwendigkeit einer Beschlussfassung am 16. November. Bis zum 30. November muss alles perfekt sein, um mit den Mitarbeitern Verträge schließen zu können.“
Mit dem Düsseldorfer Angebot würde, so die Lesart aus der Landeshauptstadt, der mehrheitlich kommunale Einfluss und die Eigenständigkeit der SWN erhalten bleiben. Die neue Offerte aus der Landeshauptstadt schließt weitere „Zückerchen“ für die Neusser ein: Die neue SWN-Zentrale an der Moselstraße bliebe Sitz des Unternehmens, der mehrheitliche Einfluss der Stadt Neuss solle vertraglich gesichert werden, die SWN gingen keinerlei Abnahmeverpflichtungen von Strom, Gas und Wasser ein und die Düsseldorfer Seite unterstütze den steuerlichen Querverbund im Interesse der Stadt Neuss.
Der Düsseldorfer Versorger umwirbt bereits zum zweiten Mal den Neusser Nachbarn wie eine schöne Braut. Vor Jahresfrist hatten die Neusser allerdings den Vorschlag nach einer niederrheinischen Dreier-Lösung unter Einschluss der Stadtwerke Krefeld ins Leere laufen lassen.
Wunschpartner der Neusser Stadtwerke-Gremien war und ist Krefeld. CDU-Mehrheit und Bündnisgrüne schienen bis zum 26. Oktober entschlossen, dem Vertragswerk zuzustimmen. Seit der „Chaossitzung“ diskutieren die Grünen aber die Stadtwerke-Zukunft wieder „ergebnisoffen“.
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