Krefeld: Stahldorfs Luft: Politiker verlangen Aufklärung
VON MARIO FUCHS - zuletzt aktualisiert: 24.01.2009Krefeld (RPO). Bei der Bezirksvertretung Fischeln am Donnerstagabend ging es beim Thema Luftbelastung in Stahldorf hoch her. Ergebnis: Bei einer Sondersitzung im März wollen die Politiker endlich die Fakten auf dem Tisch haben.
Von 2005 bis 2007 hat die Forschergruppe um Professor Wilhelm in Bochum, Siegen, Witten und Krefeld die Luftbelastung mit Nickel- und Chrom und deren Auswirkungen auf die Anwohner untersucht. "Leider ist Krefeld hinsichtlich der Belastung in vielen Punkten Spitzenreiter", stellte Wilhelm fest (die RP berichtete).
"Wir brauchen aktuelle Zahlen"
Für die Grünen hatte Karl-Heinz Renner einen Bericht der Verwaltung über das Gutachten gefordert. Er verlangte, dass die Untersuchungsergebnisse über mögliche Gesundheitsbelastungen von Kindern durch Nickel und Chrom im Feinstaub offengelegt werden. Auch die SPD hatte einen entsprechenden Antrag formuliert.
Doch die Verwaltung konnte den Bericht noch nicht vorlegen. Er soll stattdessen im Umweltausschuss am 29. Januar präsentiert werden. "Warum kann man so etwas nicht früher miteilen?", wetterte Michael Haas, "denn sehr viele betroffene Bürger sind heute umsonst hierher gekommen."
"Es geht nicht an, dass 2005 etwas untersucht wird und die Ergebnisse bis jetzt nicht vorliegen", kritisierte Carola Ponzelar-Reuters (CDU). Und Klaus Lindner (CDU) verlangte "unabhängige Fachleute, die uns das Zahlenmaterial erläutern. Wir brauchen aktuelle Zahlen, möglichst aus dem letzten Halbjahr."
Werte "schöngerechnet"
Ein Punkt, auf den auch Michael Haas (SPD) anspielte: "In 2005 wurden die Untersuchungen gemacht, zwischenzeitlich hat TKN viel Geld investiert, aber was es konkret an möglichen Verbesserungen gebracht hat, wissen wir nicht." In der Einwohnerfragestunde monierte ein Betroffener des Bürgervereins Stahldorf, dass "die Werte schöngerechnet und die hohen und die tieferen Werte nivelliert" würden.
Einig waren sich alle Fraktionen, dass es nach der Vorstellung des Gutachtens im Umweltausschuss eine Sondersitzung geben muss. In der regulären Sitzung im März geht es ausschließlich um das Thema "Gutachten in Stahldorf". Andere Themen werden in einer zusätzlichen Sitzung Ende März behandelt.
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