Krefeld: Steinkohle: FDP fordert Entscheidung der CDU
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 10.10.2007Krefeld (RPO). Bayer will noch in diesem Jahr den Genehmigungsantrag für das Steinkohlekraftwerk stellen. Dies erklärte Werksleiter Dr. Stefan Dresely gestern auf RP-Anfrage. Montagabend hatte die SPD beschlossen, einem 800-Megawatt-Kraftwerk unter Auflagen zuzustimmen. Die Freude darüber war Dresely gestern deutlich anzumerken: „Wir haben jetzt auch die Unterstützung vom Bundesumweltminister. Der Beschluss der SPD ist für uns eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“
Ein Freibrief ist der Beschluss nicht. Er bindet den Bau einer 800-Megawatt-Anlage an klare Auflagen: So soll sich Bayer beispielsweise verpflichten, die CO2-Abscheidung einzubauen, sobald dies technisch machbar ist. „Wenn die CO2-Abscheidung technisch machbar und wirtschaftlich attraktiv ist, werden wir das machen“, erklärte Dresely. Wenn das alle Steinkohlekraftwerke treffe, habe er damit kein Problem.
Entscheidend ist nun, wie sich die CDU positioniert. Der nächste Schritt für die Christdemokraten ist die Teilnahme an den Foren, die der Kraftwerkserbauer Trianel organisiert, sagte Fraktionsvize Hans-Josef Ruhland: „Wir hoffen, dass hier unsere Fragen beantwortet werden: Wird der Kohletransport eingehaust? Was geschieht mit den alten Kraftwerken? Müssen es 800 Megawatt sein? Wie soll die Kohle angeliefert werden?“ Punkte, zu denen die SPD Bedingungen gestellt hat: Der Transportweg soll eingehaust werden, Krefeld soll am Güterumschlag beteiligt werden, die alten Kessel sollen abgeschaltet werden. Die CDU werde weiter mit Bayer verhandeln, um das Beste für Krefeld herauszuholen, erklärte Ruhland. „Ich empfehle bei dieser Frage eine große Gelassenheit. Die Fragen müssen geklärt werden.“
Kritik am Beschluss der SPD gab es von den Grünen. Das ökologische Bewusstsein der Sozialdemokraten sei erloschen, sagte Fraktionsvize Rolf Rundmund. Zustimmung hingegen signalisiserten DGB und FDP im seltenen Schulterschluss. FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann forderte vom Koalitionspartner: „Bisher hat sich die CDU hinter der SPD versteckt. Jetzt muss sie Farbe bekennen: pro oder kontra Industriestandort Krefeld.“
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