Krefeld: Steuer: Altfälle abgearbeitet
VON JENS VOSS - zuletzt aktualisiert: 09.11.2010Krefeld (RPO). Nach dem Wirbel um die Fehlbuchung meldet die Stadt Vollzug: Reformen umgesetzt, Altfälle abgearbeitet.
Die Stadtverwaltung meldet Vollzug: Der Finanzskandal war ein politisches Erdbeben, die juristischen Folgen sind noch offen – aber die Reformen im Finanzwesen der Stadt sind abgeschlossen, alle offenen Altfälle bei der Steuer sind abgearbeitet oder stehen kurz davor.
"Wir werden unser ehrgeiziges Ziel, wieder auf einen normalen Arbeitsstand zu kommen, absehbar erreichen", sagte gestern Stadtdirektorin Beate Zielke, als sie den Stand der Dinge mit dem neuen Leiter des Fachbereichs 21 für Finanzservice und Liegenschaften, Peter Mertens, erläuterte.
Hinter den Mitarbeitern der Verwaltung liegen offenbar harte Wochen. "Viele haben den Herbsturlaub verschoben oder nicht genommen", sagt Mertens und betont: "Wir haben das nicht verlangt. Vielen war es ein Anliegen voranzukommen." Das Ergebnis: Von den 4000 Fällen bei der Gewerbesteuer, die im Juni unbearbeitet aufgelaufen waren, sind alle bis auf 24 abgearbeitet, und diese 24 gelten als "nicht werthaltige Forderungen", also um Fälle, bei denen ein Abschluss nicht mehr möglich ist. Die Zahl der offenen Fälle im Grundsteuerberich ist von 6000 auf unter 2700 geschrumpft; der Rest soll bis Ende des Jahres bearbeitet sein.
Es geht nicht nur um Zahlen und Akten: Alle Empfehlungen zur Organisation, die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Treuhand und Partner (thp) zur Neuorganisation des Finanzwesens gegeben habe, seien umgesetzt oder in der Lösungsfindung angestoßen, betonte Stadtdirektorin Zielke.
Beispiele: Der Gewerbesteuerbereich mit bislang 16 Stellen werde dauerhaft um 1,5 Stellen aufgestockt. Ab 2012 werden die Grundsteuerdaten, ab 2013 die Gewerbesteuerdaten aus der Landesfinanzverwaltung automatisch nach Krefeld übermittelt; bislang müssen sie von Mitarbeitern im Rathaus in das hauseigene Computersystem übertragen werden – ein Arbeitsschritt, der eine Fehlerquelle darstellt.
Zurzeit werden die Mitarbeiter fortgebildet und fitgemacht für neue Software. "Wir haben ein Fehlermangement eingeführt; alles, was vom Soll abweicht, wird zentral geprüft", so Fachbereichsleiter Mertens. Auch die interne Kommunikation sei besser geworden.
Nach der monatelangen öffentlichen Debatte kehrt bei den Mitarbeitern in der Stadtverwaltung langsam Normalität zurück, berichten Zielke und Mertens. "Spürbar ist Erleichterung und ein hohes Maß an Sicherheit", sagte Zielke – Sicherheit bei den Arbeitsabläufen nach den neuen Standards.
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