Krefeld: Stimmen zur Entscheidung
zuletzt aktualisiert: 12.06.2008Krefeld (RPO). Ende der Sandkastenspiele
Rolf Rundmund, Grüne „Das Ja des Oberbürgermeisters zu einem Kraftwerk kann ich bedenkenlos unterschreiben – so lange es kein Steinkohlekraftwerk ist. Ich gehe davon aus, dass die derzeitige Distanz der CDU-Fraktion zum geplanten Steinkohlekraftwerk Bestand hat. Und wenn es zur Abstimmung kommt, werden wir die eine Stimme des Oberbürgermeisters problemlos kompensieren können. Dafür ist unsere Fraktion stark genug.“
Bernd Scheelen, SPD „Es ist schön, dass sich der Oberbürgermeister klar fürs Steinkohlekraftwerk ausgesprochen hat. Dann hätte er ja eigentlich unserem Antrag zustimmen können. Aber mal im Ernst: Es ist gut, wenn wir jetzt einen prominenten Mitstreiter an unserer Seite haben. Jetzt muss der Oberbürgermeister seinen Worten allerdings noch Taten folgen lassen. Die CDU hat mit ihrer zögerlichen Haltung dem Wirtschaftsstandort Krefeld schwer geschadet.“
Elmar Jakubowski, CDU „Die CDU-Fraktion hat sich nie gegen das Kraftwerk ausgesprochen. Wir haben aber Verantwortung für die Bürger und deshalb bestimmte Fragen und Forderungen an den Bauherrn. Wir bekommen aber keine Antworten auf unsere Fragen. Zum Beispiel fordern wir, dass das alte Steinkohlekraftwerk abgeschaltet wird. Eine Bestätigung dafür will uns Bayer aber nicht geben – angeblich aus kartellrechtlichen Gründen.“
Martin Hector, Trianel „Das Bekenntnis des Oberbürgermeisters ist für uns ein gutes und wichtiges Signal. Das Kraftwerk wird dank der Dampfauskopplung einen Wirkungsgrad von 57 Prozent haben.“
Die CDU-Fraktion ist die letzte im Stadtrat, die sich noch nicht klar für oder gegen das Steinkohlekraftwerk ausgesprochen hat. Eine taktische Haltung – so lassen sich dem Kraftwerksbauer mehr Zugeständnisse abtrotzen. Und es ist bequem: So halten sich die Christdemokraten mehrere Partneroptionen für die Kommunalwahl offen.
Diese Sandkastenspiele müssen jetzt vorbei sein. Taktiert die Fraktion weiter, beschädigt sie von nun an ihren Spitzenkandidaten. Wie wenig mit dem Schlagabtausch alter falscher Fakten der Sache gedient ist, haben gestern Politiker verschiedener Parteien im Planungsausschuss bewiesen.
Lob gebührt dem OB, der sich bewusst gegen die Spielchen seiner eigenen Fraktion gestellt hat. Jetzt wird es ernst. Endlich, hoffentlich. Krefeld hat es verdient. M. RÖSE
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