Krefeld: Streit um Festbeleuchtung
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 19.11.2008Krefeld (RPO). OB Kathstede hat angekündigt, 10.000 Euro für Weihnachtsbeleuchtung aus der Stadtkasse zu nehmen. Der Einzelhandelsverband ist empört: Er fürchtet, dass bald kein Krefelder Kaufmann mehr Geld für Beleuchtung gibt.
Weihnachten ist die Zeit der Geschenke. Krefelds Oberbürgermeister Gregor Kathstede hat gestern schon vor dem Fest Präsente an die Einzelhändler verteilt. Weil sich die Händler über die Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung der Hochstraße nicht einig wurden, will er 10.000 Euro aus der klammen Stadtkasse zuschießen. Dieser Schritt sei im Einvernehmen mit dem Einzelhandelsverband geschehen.
Doch ausgerechnet von dort wird das Präsent nun zurückgewiesen. Joel Smolibowski, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, ist sauer: „Wir haben uns immer gegen eine solche Unterstützung ausgesprochen, da Trittbrettfahrer belohnt und die ehrlichen Zahler bestraft werden.“
Weihnachtsmarkt
Die Stadt organisiert auch den Weihnachtsmarkt auf westlicher Rheinstraße und Dionysiusplatz, der am Donnerstag eröffnet wird. OB Kathstede sieht den Weihnachtsmarkt mit Budenstraßen und Programm als gutes Angebot, aber: „Die Stadt und der Einzelhandelsstandort brauchen eine weihnachtliche Atmosphäre im ganzen Zentrum.“
Der Streit um die Weihnachtsbeleuchtung schwelt seit Wochen. Zuletzt hatte Franz-Joseph Greve, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, einen Brief an die Innenstadt-Einzelhändler geschrieben und beklagt, dass immer noch 11 000 bis 12 000 Euro für die Festbeleuchtung fehlten. In Krefeld ist die Weihnachtsbeleuchtung Sache der Anlieger und Straßenzüge. Jeder kocht sein Süppchen. Der Kaufhof dekorierte von außen, auch der Neumarkt soll festlich gestaltet sein. Aber am nördlichen Teil der Hochstraße fehlte das Geld.
„Wir können nicht verzichten“
Deshalb argumentierte OB Kathstede gestern: „Zu einer attraktiven Einkaufsstadt gehört in der Vorweihnachtszeit eine entsprechende Beleuchtung. Wir können doch nicht im Umland für Krefeld als Oberzentrum werben und dann auf eine Weihnachtsbeleuchtung verzichten.“
Die aktuell schwierige Situation mancher Großunternehmen und Einzelhandelsketten habe Auswirkungen auf Standorte in Krefeld gehabt. Deshalb habe er sich für den Zuschuss entschieden. Mehrere Händler der Innenstadt hätten nach der angekündigten Finanzspritze der Stadt nachträglich noch einen Zuschuss zugesagt.
Joel Smolibowski aber befürchtet, dass durch das Signal der Oberbürgermeisters die Situation noch verschärft werde. „Im Zweifel will nun jeder noch in diesem Jahr ebenfalls Zuschüsse durch die Stadt haben. Spätestens 2009 wird kein Mensch noch wissen, warum er überhaupt einen Cent in die Weihnachtsbeleuchtung stecken soll.“
Für Smolibwoski hat die Diskussion um die Beleuchtung viel generellen Zündstoff: „Der Standort kann nicht allein von einer kleinen Schar von Händlern und der Stadtverwaltung fit gemacht werden. Die Impulse und Ideen müssen wieder von unten kommen.“
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