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Krefeld: Streit um Partys in der Kufa

zuletzt aktualisiert: 18.11.2009

Krefeld (RPO). Die Konzertabsagen häufen sich, gefeiert wird weiter. Die Jungen Liberalen verdächtigen den Verein Kulturfabrik,

städtisches Geld für Disko-Abende auszugeben. Der Kufa-Vorstand wehrt sich. "Die Stadt finanziert die Partys nicht", sagt der Kulturdezernent.
Samstag nachts in der Kulturfabrik: Hier geht die Party ab. RP-Archiv: Stefan Finger Foto: RPO

An den Wochenenden trifft sich das Partyvolk – auch in der Kulturfabrik. Zu oft, finden die Jungen Liberalen in Krefeld. Und die Feierei möchten sie nicht mit städtischen Zuschüssen unterstützt wissen. "Wir fordern keineswegs die Streichung der Subventionen, doch erwarten, dass die Kulturfabrik wieder ihrem Namen gerecht wird", sagt Juli-Vorsitzende Joana Horch. Und Anliegen der Kufa müsse es sein, jungen Künstlern eine Plattform zu bieten.

Wird im ehemaligen Schlachthof zu viel gefeiert? Bei der Stadt gab es auch den Verdacht auf zu viele kommerzielle Veranstaltungen. "Aber der ist in einem Gespräch Ende Oktober gänzlich ausgeräumt worden. Die Stadt finanziert die Partys nicht", erklärt Kulturdezernent Roland Schneider gegenüber unserer Zeitung. Die Kulturfabrik als gemeinnütziger Verein habe ihren Betrieb geteilt in einen Geschäftsbetrieb und einen Zweckbetrieb. "Und nur den Zweckbetrieb mit kulturellen Veranstaltungen fördern wir", sagt Schneider.

Info

Der Verein

Entstehung Im Oktober 1982 gründete sich der Verein Kulturfabrik e.V.

Förderer Seit 2008 gibt es auch einen Förderverein.

Kontakt Kufa, Dießemer Straße 13, Telefon 858687.

Vorstand Jürgen Mengert ist 1. Vorsitzender. Sein 1. Stellvertreter ist Christian Neuhausen, Matthias Claußing 2. Stellvertreter; Kassenwart ist Lutz Krischer.

76 920 Euro sieht der städtische Haushalt jährlich dafür vor, in diesem Jahr sind davon erst etwa 90 Prozent ausbezahlt worden. Doch der Löwenanteil von knapp 53 000 Euro fließt für die Miete des ehemaligen Schlachthofs an der Dießemer Straße.

Auch Jürgen Mengert vom Kufa-Vorstand weist den Vorwurf der Julis zurück: "Die städtischen Zuschüsse fließen zum Beispiel in die Aktionskneipe, wo junge hiesige Bands eine Auftrittsmöglichkeit bekommen, in die Galerie, in Projekte wie unser Radio und in die Konzerte." Doch Kultur ist ein Subventionsgeschäft. Daher könne der Verein es sich nicht leisten, auf Partys zu verzichten, denn die entsprächen den Wünschen des jungen Publikums. Sie liegen im Trend und kosten die Besucher weniger als ein Konzertbesuch. Und: "Partys machen das andere Programm erst möglich." Denn aus dem Geschäftsbereich fließe immer auch Geld in den Zweckbereich.

In den vergangenen Wochen hat die Kufa eine Welle von Konzertabsagen getroffen. "Die Veranstalter berufen sich dabei immer auf die Wirtschaftskrise", erklärt Mengert. Aber im Terminplan der Kulturfabrik hinterlässt jedes ausgefallene Konzert eine Lücke, die nicht so schnell zu schließen ist.

Quelle: RP

 
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