Krefeld/Mönchengladbach: Studenten geben besetzten Hörsaal wieder frei
VON SVEN DURGUNLAR - zuletzt aktualisiert: 30.11.2009 - 13:22Krefeld/Mönchengladbach (RPO). Die Belagerung des Streifenhörsaals ist zuende. 20 Tage nach Beginn der Besetzung eines Hörsaals an der Hochschule Niederrhein haben die protestierenden Studenten den Hörsaal am Sonntagabend freiwillig geräumt.
Grund für die freiwillige Beendung der Belagerung sind die erfolgten Gespräche mit der Hochschulleitung in der vergangenen Woche - aber auch der Druck, nicht allzu viele Vorlesungen zu verpassen. "Wir haben einen Teilerfolg errungen", sagt Hilmar Schulz, Sprecher des Studentenprotests.
In einem Aktions- und Informationsbüro auf der Bühne des Hörsaals soll zwischen den Vorlesungen aber weiterhin über die Gespräche mit der Hochschulleitung informiert werden.
Mit einem 8-Punkte-Plan hatten sich Studenten und Hochschule am Donnerstag auf verbindliche Gesprächsergebnisse geeinigt, wie die Lehre verbessert werden kann.
1,3 Mio. Euro für Krefeld
Die Hochschule Niederrhein investiert mehr als 1,3 Millionen Euro in Krefeld. Die Landesmittel aus dem Konjunkturpaket II sollen für die Sanierung des Krefelder Audimax verwendet werden.
8-Punkte-Plan für bessere Lehre
In dem 8-Punkte-Plan sind verbindliche Ergebnisse aufgelistet, die in den nächsten Wochen umgesetzt werden sollen. So werden in allen Fachbereichen Anlaufstellen für Studenten in den jeweiligen Sekretariaten und Ausnahmeregelungen für Studenten bei Prüfungsänderungen eingerichtet.
Doch am Freitag noch hatten die Studenten beschlossen, die Belagerung des Mönchengladbacher Hörsaals aufrecht zu erhalten. Hintergrund war der missverständliche Wortlaut einer Presseerklärung der Hochschule zum Ergebnis der Gespräche.
Die Hochschul-Leitung hatte den Streit schon für beendet erklärt. "Das Präsidium der Hochschule Niederrhein und die Studierenden, die seit dem 9. November den sogenannten Streifenhörsaal in Mönchengladbach besetzt halten, haben heute einen Bildungspakt geschlossen", erklärte die Hochschule auf ihrer Internet-Seite.
Damit sollte der seit Monaten andauernde Streit um die Studiengebühren und die Bologna-Reform beendet sein. Doch die Studenten protestierten.
Denn die Studenten unterschrieben zwar den 8-Punkte-Plan, auf einen "Bildungspakt" mit der Hochschule wollen sie sich aber nicht einlassen. "In der Mitteilung wurde der Anschein erweckt, als unterstützten wir die Studiengebühren", sagt Hilmar Schulz, Sprecher des Studentenprotests.
"Kein Bildungspakt"
In einer neuerlichen Pressemitteilung revidierte die Hochschule ihre Aussage. "Nicht als Bildungspakt, sondern als verbindliche Gesprächsergebnisse, die von beiden Seiten unterschrieben wurden, will die Abordnung der in Mönchengladbach protestierenden Studierenden das Ergebnis der gestrigen Sitzung mit Rektor Prof. Dr. Hermann Ostendorf verstanden wissen", so Hochschulsprecher Rudolf Haupt.
Dennoch fühlten sich die Studenten missverstanden. Einige Punkte, die den Studenten wichtig sind, seien ihnen nicht konkret genug formuliert. Über die Höhe der Studienbeiträge soll laut Vertrag in der Präsidiumssitzung erneut beraten werden. "Das reicht nicht", sagt Schulz. "Das ist nicht mehr als ein Zeichen des guten Willens."
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