Krefeld: Studentin entwirft neues Stadt-Logo für Krefeld
VON NATASCHA VERBÜCHELN - zuletzt aktualisiert: 08.10.2010 - 12:13Die 22-jährige Katharina Fedder hat ein „Corporate Design Manual“ für Krefeld entwickelt. Der Anfangsbuchstabe der Stadt ist das tragende Grundelement des dreidimensionalen Körpers, das als Logo der Stadt in Fedders Konzept fungiert. Es ist aus zwei gespiegelten K´s zusammengesetzt.
Die quadratische Form spiegelt parallele Straßenzüge und die vier Wälle wieder. Fedder: „Ich mag Krefeld. Hier kann man gut wohnen und leben. Krefeld hat viel zu bieten und bietet vor allem viel Potenzial, das über Corporate Design neu dargestellt werden kann.“
Das Handbuch hat sie für ihre Bachelorarbeit an der MedienDesign Hochschule angefertigt. Inspiriert wurde die junge Krefelderin vor allem durch das neue Corporate Design der australischen Stadt Melbourne: Ein dreidimensionales M in verschiedenen Blautönen, die in ineinander übergehen. „Das ist der Oberknaller. Es ist total flexibel. In einer Stadt ist das schwierig, weil so viele damit arbeiten müssen. Es gibt einen Spagat zwischen Flexibilität und Vorgaben. Aber in Melbourne funktioniert es.“
Begriff Damit ist das gesamte Erscheinungsbild eines Unternehmens oder Institution gemeint. Es umfasst die Gestaltung von Kommunikationsmittel und Produktdesign. Das Design muss wiedererkennbar und praktisch nutzbar sein.
Krefeld Fedders Entwurf umfasst Vorgaben zu Größen, Typographie und Formaten. Ihr Konzept umfasst Design-Vorschläge angefangen vom Briefkopf, über Visitenkarten und Internet bis hin zu Flyern und Werbegeschenken.
Jetziges Design lückenhaft
Das jetzige Corporate Design der Stadt ist 1998 von einer renommierten Designer-Agentur entwickelt worden. „Ich würde sagen, dass das alte Corporate Design für den heutigen Entwicklungsstand zu lückenhaft ist“, sagt Fedder. Gestalterische Vorgaben für die Internetpräsenz fehlen zum Beispiel. Die 22-Jährige will mit ihrer Arbeit aber weniger das aktuelle Design kritisieren, sondern einen eigenen Ideenentwurf liefern. „Ich habe meine studentische Freiheit ausgenutzt und bin von einem Punkt Null ausgegangen. Wie würde ich ein Corporate Design für Krefeld gestalten?“, erklärt sie ihre Fragestellung. Für ihre wissenschaftliche Arbeit hat sie Krefeld unter verschiedenen Gesichtspunkten analysiert: „Krefeld ist facettenreich. In den letzten Jahren hat es viele Modernisierungen gegeben. Vom Inhalt her, hat sich Krefeld fortschrittlich und zukunftsorientiert positioniert. Doch das Image, das Krefeld gerne hätte, ist noch nicht bei den Menschen angekommen.“
Potenzial sieht die Absolventin vor allem in der langen Textiltradition, die noch heute aktuell in der Wirtschaft, an der Hochschule oder beim Einkaufen ist. „Sie wird auch von Außenstehenden mehr wahrgenommen. Es ist ein Alleinstellungsmerkmal. Der traditionelle Aspekt kann viel mehr zur Markenbildung beitragen.“ In dem Logo-Entwurf von Fedder taucht die Textiltradition daher auch durch das Muster auf. „Ich denke, dass Muster und Textilien sehr gut passen. So rückt die Textiltradition in einen modernen Kontext.“
Das Logo ist in den Farben petrol und türkis entworfen. Damit soll der Bezug zum Niederrhein verdeutlich werden. „Krefeld liegt genau zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein. Es steht in der Wirkung anders da, wenn es mit Viersen oder Mönchengladbach verglichen wird anstatt mit den Ruhrmetropolen.“ Für die verschiedenen Geschäftsbereiche gibt es andere Farbstufen für das Logo: Soziales und Jugend in rosa-pink, Bildung und Sport in blau-lila und Planung und Bauen in gelb-orange. „Die Geschäftsbereiche können sich mit ihren Farbspektren identifizieren und die Bürger können sich daran orientieren. Die Farben sind zudem frisch, lebendig und modern.“
In den nächsten Wochen darf sie dem Stadtmarketing ihren Entwurf präsentieren. Dass die Stadt Krefeld das Corporate Design so radikal ändert, ist fraglich– nicht zuletzt aufgrund der finanziellen Engpässe der Stadt.
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