Krefeld: Tarzan kommt aus Hüls
VON KATJA DIEPENBRUCK - zuletzt aktualisiert: 07.10.2006Krefeld (RPO). Jannis Niewöhner spielt im neuen Kinofilm rund um die TKKG-Bande den Tim. Für die erste Hauptrolle seines Lebens war Jannis über drei Monate in München. Raus aus der Schule, ab ans Filmset. Eine ziemlich coole Sache.
Jannis Niewöhner trägt verwaschene Jeans, ein Che Guevara T-Shirt und Old School-Vans. Wie viele Jungs in seinem Alter. Und auch sonst hält sich der 14-Jährige für ziemlich normal. Er geht in die neunte Klasse der Marienschule, ist gern mit seinen Freunden unterwegs und spielt leidenschaftlich Rollhockey. Aber da ist noch etwas, was Jannis am Herzen liegt: die Schauspielerei. Aber nicht etwa in der Theater-AG seiner Schule. Nein, Jannis spielt im ersten TKKG-Kinofilm „Die Mindmachine“ eine der vier Hauptrollen, den Tim, Fans besser bekannt als Tarzan. „Tim ist ein Draufgänger, extrem mutig, im Judo ein Ass und hat Gabi zur Freundin. Das unterscheidet ihn von mir“, sagt Jannis, grinst, und fügt schnell hinzu: „Nicht, dass ich nicht mutig wäre, aber Tim ist wirklich extrem risikofreudig. Der ist schon mehr als taff.“
„Mir hat alles gefallen“
Um sich in die erste Hauptrolle seines Lebens hinein zu finden, hatte der Jungschauspieler drei Wochen Zeit, seinen Charakter kennen zu lernen. Mit den anderen Kids und natürlich auch den Profis. Anschließend wurde drei Monate in München gedreht. Das hieß für Jannis: Raus aus der Schule, raus aus Hüls und ab nach München ans Filmset. Und genauso aufregend, wie es sich anhört, war es dann auch. „Mir hat alles gefallen. Nicht nur das Vor-der-Kamera-Stehen selbst. Morgens aufstehen, direkt in die Maske, dann ab ins Kostüm und weiter ans Set. Auch das lange Warten, die vielen Wiederholungen, das ganze Drumherum, abends mit dem Team essen gehen, ich fand einfach alles cool“, erzählt Jannis. Das erste Mal stand er allerdings nicht vor der Kamera. In einem Münster-Tatort, bei der Soko Köln und beim Kinofilm „Der Schatz der weißen Falken“ hat Jannis bereits Filmluft geschnuppert. Beim ersten eigenen Film ist trotzdem vieles anders. So muss Jannis jetzt auch Autogramme geben. „Wenn wir auf der Promotiontour jüngere TKKG-Fans getroffen haben, haben wir gemerkt, dass der ein oder andere echt nervös war. Da waren wir dann immer bemüht zu zeigen, dass wir alle ganz normal und keine Stars sind“, erinnert sich Jannis.
Wilde Hühner
Unvergesslich sei die Zeit für ihn schon jetzt. Durch TKKG habe er neue Freunde gewonnen. Mit Svea Bein, alias Gabi, spielt er beispielsweise auch im zweiten Kinofilm von „Wilde Hühner“ zusammen.
Doch jetzt heißt es für den 14-Jährigen erstmal: Schulbank drücken. Mit Nachhilfe und viel Paukerei, muss das Verpasste nachgeholt werden. Denn das nächste große Projekt hat Jannis schon fest im Blick: das Abitur.
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