Krefeld: Tipps für Steuerhinterzieher
VON CAROLA PUVOGEL - zuletzt aktualisiert: 19.01.2010Krefeld (RPO). Krefelder Anwälte haben ein außergewöhnliches Buch geschrieben. "Steuerhinterziehung – was nun?" heißt es und erklärt auch Laien verständlich, mit welchen Methoden das Finanzamt Steuersündern auf die Schliche kommt.
So mancher hat es schon mal getan. Oder vielleicht zumindest damit geliebäugelt, es zu tun: Steuerhinterziehung. Das weiß auch Arne Lißewski, Krefelder Fachanwalt für Steuerrecht und für Strafrecht, aus der Arbeit mit seinen Mandanten. "Gelegenheiten zur Steuerhinterziehung bieten sich, gerade für Selbständige, fast jeden Tag", sagt Lißewski. Und die Versuchung sei groß: "In Zeiten maßloser Geldverschwendung durch den Staat ist es ja auch nicht überraschend, wenn die Steuerzahler nicht einsehen, dass sie von ihrem hart erarbeiteten Geld die Verluste der Landesbanken oder die völlig unsinnige Abwrackprämie zahlen sollen." Das ändere aber nichts daran, dass Steuerhinterziehung ein Straftatbestand sei, der in Deutschland mit allem Nachdruck geahndet werde.
Entdeckungsrisiko – wie hoch?
"99,5 Prozent der Leute, die Steuern hinterzogen haben, wissen übrigens genau, dass sie rechtswidrig gehandelt haben. Was sie nicht wissen ist, wie hoch das Entdeckungsrisiko eigentlich ist und wie sie aus einer Problemlage wieder herauskommen können", erzählt der Fachanwalt. Genau zu diesen Themen hat Lißewski nun gemeinsam mit den Kollegen seiner Kanzlei ein Buch herausgegeben, das im renommierten Beck-Verlag erschienen ist. "Steuerhinterziehung – was nun? Ermittlungsmethoden und Konsequenzen" heißt es.
"Dies ist das erste Buch am Markt, das das Thema Steuerhinterziehung und alle damit verbundenen möglichen Konsequenzen auch für den Laien verständlich darstellt", sagt Autor Lißewski. Einen besonders großen Raum haben die Autoren der Frage gewidmet, mit welchen Methoden Steuerfahnder vermeintlichen Sündern auf die Schliche kommen.
"Tatsächlich ist es sehr oft so, dass enttäuschte Liebhaber und verlassene Ehefrauen dem Finanzamt anonyme Tipps geben, die bei begründetem Verdacht schnell zu einer Durchsuchung führen können", sagt Lißewski. "Ist die Steuerfahndung erst im Haus, heißt es für den Verdächtigen, die Ruhe zu bewahren und sich vor allem nicht zu unüberlegten Äußerungen hinreißen zu lassen, die nachher zum leicht Verhängnis werden können" empfiehlt der Anwalt. "Die Steuerfahndung ist in ihren Methoden megadreist und überrumpelt die Leute. Man sollte sich davon nicht einschüchtern lassen, denn es wird oft genug geblufft."
Eine Anleitung zur Steuerhinterziehung soll das Buch übrigens nicht sein: "Aber natürlich kann das die Kehrseite sein, wenn man die Leser über ein solches Thema aufklärt", sagt Lißewski und lächelt. Einer seiner Mandanten habe vor Weihnachten direkt drei Exemplare mitgenommen, um sie an seine Freunde, allesamt Unternehmer, zu verschenken.
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