Krefeld: Tödliches Virus im Zoo – 14 Tiere eingeschläfert
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 14.02.2008Krefeld (RPO). Der komplette Bestand von 14 Zebramangusten im Krefelder Zoos ist gestern wegen eines Tierpocken-Virus eingeschläfert worden. Bereits am Samstag hatte die RP exklusiv berichtet, dass zwei Zebramangusten (marderähnliche Raubtierart) gestorben waren.
Der Zoo sendete die toten Tiere in zwei Labore: zum Veterinäramt nach Krefeld und zum Robert-Koch-Institut nach Berlin. Dort stellte man das gefährliche Tierpocken-Virus fest – hoch ansteckend für andere Raubtiere. Damit das Virus in Krefeld nicht auf die Schneeleoparden, Tiger und Geparden übergreift, entschied sich der Zoo für das Einschläfern aller Tiere. Auch andere Zebramangusten wiesen bereits ähnliche Symptome wie die verstorbenen Tiere auf.
Als Überträger kommen Nagetiere wie Mäuse oder Ratten in Betracht. Noch bangt der Zoo deshalb um seinen wertvollen Großtierbestand. Direktor Dr. Wolfgang Dreßen: „Solche Verluste wären nicht auszugleichen.“ Wie gefährlich ein Tierpocken-Virus ist, haben schon andere Tierparks in Europa erlebt. In Leipzig erkrankte 2004 Nashorndame Sarafine.
„Für Menschen ungefährlich“
Nach Zooangaben ist das Virus für den Menschen und mitgeführte Hunde ungefährlich. Der Düsseldorfer Tierarzt Dr. Kornelis Biron teilt diese Meinun: „In 98 Prozent aller Fälle sind solche Erreger für Menschen völlig unbedenklich. Auch das Berliner Robert-Koch-Institut gibt Entwarnung. Eine Infektion ist nach Zooangaben nur durch direkten Kontakt mit den Tieren möglich. Deshalb hatte der Zoo schon vor Tagen vorsorglich das Gehege abgesperrt. Die Pfleger müssen nun vor Betreten und Verlassen des Geheges eine Hygieneschleuse passieren. Das Gehege der Zebramangusten ist desinfiziert worden.
Der Zoo will weitere Einzelheiten heute bei einer Pressekonferenz mitteilen. Die Zooleitung hat sich gestern intern beraten – „keine Hysterie“ ist seit gestern die Devise. Ob sich der Zoo neue Zebramangusten anschafft, ist noch unklar. Daran werde derzeit noch nicht gedacht, teilte die Pressestelle mit.
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