Krefeld: Tronox trotz Insolvenz restlos ausgelastet
zuletzt aktualisiert: 22.04.2010Krefeld (RPO). Der in Uerdingen ansässige Spezialchemie-Hersteller Tronox Pigments GmbH – eine ehemalige Tochter des Bayer-Konzerns – meldet volle Auftragsbücher. Wie der Insolvenzverwalter des Unternehmens, Eberhard Stock, gestern mitteilte, seien die Kapazitäten des Unternehmens restlos ausgelastet. "Damit liegen wir deutlich über Plan", betonte Stock.
Das Unternehmen gehört zum US-Konzern Tronox Incorporated, der sich seit Januar 2009 unter Gläubigerschutz befindet. Die auf die Entwicklung und Herstellung von Titandioxid spezialisierte deutsche Tochterfirma, viertgrößtes Unternehmen im Uerdinger Chempark, hatte im März vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet und wird seitdem vom Insolvenzverwalter fortgeführt.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Absatz des Uerdinger Unternehmens im 1. Quartal 2010 im hohen zweistelligen Bereich gestiegen. Die bereits vorliegenden Aufträge deuten darauf hin, dass sich dieses Wachstum auch in den nächsten Quartalen fortsetzen wird.
Tronox hatte sich vor zwei Jahren aus dem Konzern Kerr-Mcgee gelöst. An ihn hatte Bayer 1998 den Firmenbereich verkauft. Die Firma in Uerdingen beschäftigt zurzeit rund 550 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2009 einen Umsatz von rund 120 Millionen Euro. Für dieses Jahr wird ein zweistelliges Wachstum angestrebt.
Titandioxid ist ein gefragter Rohstoff für diverse Industrien, die zum Beispiel Farben, Lacken, Kunststoffen und Laminatpapier verwenden. Aufgrund seiner speziellen Eigenschaften kommt Titandioxid außerdem bei der Fertigung von Katalysatoren und elektrokeramischen Teilen zum Einsatz und ist ein wichtiger Rohstoff für die Pharma-, Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie.
Insolvenzverwalter Stock hat in den 13 Monaten seit Insolvenzanmeldung den Geschäftsbetrieb nachhaltig stabilisiert. Stock musste sogar 40 neue Mitarbeiter einstellen, um die Aufträge bewältigen zu können. Im Februar kündigte Stock Investitionen in Millionenhöhe an, um neue Marktsegmente und Kundengruppen zu erschließen. "Insbesondere werden wir die Entwicklung stärken, um zunehmend intelligente Produkte anbieten zu können", erklärte Stock. Er beabsichtigt weiterhin, das Unternehmen mittelfristig an einen Investor zu veräußern.
Der Leiter des Uerdinger Chemparks, Stefan Dresely, ist zuversichtlich, dass das Unternehmen möglicherweise noch in diesem Jahr einen Käufer findet. "Tronox ist gut aufgestellt."
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