Krefeld: Trotz Ferien zur Schule gehen
VON BÄRBEL KLEINELSEN - zuletzt aktualisiert: 06.10.2007Krefeld (RPO). Jeder dritte Grundschüler in Krefeld ist auch in den Ferien in der Schule. Im Rahmen des Offenen Ganztags wird den Kindern ein buntes Programm geboten. Das Angebot soll noch verbessert werden.
Es sind Herbstferien. Die Sollbrüggenschule in Bockum hat geöffnet. Auf dem Schulhof fahren die Kinder Rad oder Roller, spielen Fußball und wagen sich aufs Klettergerüst. Im Pavillon ist die Ganztagsbetreuung untergebracht. Brigitte Kuntze-Fechner bastelt mit ihren Schützlingen. Robin hat ein Schiff aus Rinde vor sich. Das Segel ist aus Stoff. Konzentriert fädelt der Achtjährige eine Schnur durch den Stoff. „Es ist toll, dass wir in den Ferien keine Hausaufgaben aufhaben und nur spielen können“, sagt der Drittklässler. Kein Gong stört die Kinder bei ihren Tätigkeiten. Es gibt bis auf das Mittagessen keine festen Zeiten. „Manche schlafen morgens länger, andere werden früh von ihren Eltern abgeholt“, sagt Brigitte Kuntze-Fechner. Sie organisiert im dritten Jahr die Ganztagsbetreuung an der Sollbrüggenschule. „Anfangs haben wir uns sehr einschränken und mit Provisorien leben müssen. Aber da alle mitgeholfen haben, war es kein Problem. Es hat uns zusammengeschweißt.“
Angebote besser abstimmen
Mehr als 1600 Plätze bieten die 31 Krefelder Grundschulen an, die am Projekt „Offener Ganztag“ teilnehmen. 14 dieser Schulen sind schon länger als ein Jahr dabei, 17 in diesem Schuljahr neu hinzu gekommen. Auch in den Ferien müssen sich Eltern nicht um die Betreuung ihrer Kinder sorgen. An vielen Schulen gibt’s auch in der schulfreien Zeit ein Ganztagsangebot. Bis zu den Sommerferien 2008 soll die Betreuung so aufeinander abgestimmt sein, dass immer eine gewisse Zahl Schulen geöffnet hat. „Optimal wäre es, wenn benachbarte Schulen sich so abstimmen könnten, dass die ganze Ferienzeit über eine Ganztagsbetreuung angeboten wird. Im nächsten Jahr wollen wir das entsprechend organisieren“, erklärt Dieter Hansen, Leiter Pädagogischer Dienst im Fachbereich Schule.
Claudia Trappmann holt ihren Sohn Jens an diesem Tag schon vormittags ab. Sie ist mit dem Ferienangebot der Sollbrüggenschule sehr zufrieden. „Jens geht gerne zur Schule. Für uns ist es angenehm, dass wir ihn bringen und abholen können, wann es uns möglich ist.“ Nicht jeden Tag sind die selben Kinder an der Schule. „Manche fahren noch ein paar Tage mit den Eltern weg, andere gehen zur Oma“, weiß Brigitte Kuntze-Fechner. Alles kein Problem: „Wir sind flexibel und gestalten unser Angebot nach den Wünschen der Kinder. Dabei haben wir festgestellt, dass die Schüler in den Ferien wenig Programm haben wollen.“ Auch Lilia (6) und ihr Bruder Lucas (8) sind ohne Ausflüge zufrieden – mit Zaubertränkebuch und Buntstiften.
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