Krefeld: Tüte Chips für die Digi-Kamera
VON HANS DIETER PESCHKEN - zuletzt aktualisiert: 25.04.2007Krefeld (RPO). Jochen Butz präsentierte im Stadtwaldhaus sein neues Soloprogramm „Himmel und Menschen“. Kritische Töne und lockere Plaudereien über den Niederrheiner wechseln ab mit Couplets zum Piano.
Weitere Termine
27. April Sabo Art Café in St.Hubert. 28. April Goldener Hirsch in Hüls. 11. Mai und 15. Juni Saal Gietz in Fischeln. 12. Mai Montessori-Gesamtschule am Minkweg.
Karten An den Spielorten oder www.butz-krefeld.de, per Fax unter 58045 und Telefon 950659.
Wenn der Niederrheiner nur Himmel und Menschen sieht, dann meint er eine volle Veranstaltung im Freien. Jochen Butz beschreibt mit seinem neuen Programm „Himmel und Menschen“ den Niederrheiner, wie er ihn erlebt. Bei der Premiere im Stadtwaldhaus begleitet ihn Tochter Eva Schrader-Butz am Keyboard, denn seinen Vortrag lockert er mit etlichen Liedchen auf, die er Couplets nennt.
Billa jetzt mit Handy
Am Stehtisch auf der Bühne arbeitet er die Fußball-WM nach, erzählt von Bedenkenträgern und seinen Käsepicker-Nationalfähnchen, der „bestechlichen Form“ und Angela Merkel, die sogar die Abseits-Regel beherrscht. Er plaudert locker über Kaiser-Wetter und Wetter-Geknatsche, seine Bemerkungen sind oft sehr ausführlich und nicht immer pointenorientiert. Ein wenig wird er sprachkritisch – „helllichter Tag“, oder „mit eigenen Augen gesehen“ – und thematisiert die Schwarzgeld-Praxis, Sponsoring und „nützliche Abgaben.“ Seine Kunstfigur „Billa“ hat jetzt ein Handy. Diese etwas tumbe Niederrheinerin kauft auch eine Tüte Chips für die Digi-Kamera.
Manches ist von eher schlichter Art, wie die Kritik am deutschen Wort „Mahlzeit“; anderes, wie Ackermann und die Deutsche Bank ist nicht gerade aktuell. Butz erzählt von den Beobachtungen an seinem Bürofenster, wo die „Dompteure des Drahtesels“ am Radwandertag vorbeiradeln und der Vordere immer nach vorne schreit. Oder vom Fotoabend bei „Wollseifens“, wo in den „Albums“ zurück geblättert wird. Seine Kopfkissen-Probleme schildert er anschaulich, und wie viel Fett beim Küssen ausgetauscht wird, weiß er auch. Manche Fotos – Kurnasz – in den Zeitungen kann er nicht mehr sehen, und Stoiber und Gammelfleisch bringt er auch zusammen. Den Spruch für werdende Großväter „Da musse ja bald mit en Oma na Bett“ kann er nicht mehr hören.
Manchmal wechselt er in die Rolle von „Paul Börtges“, bleibt aber immer der Kabarettist, als den man ihn kennt. Auch in diesem Programm will er offenbar liebenswürdig sein, was dann aber dazu führt, dass er über Unverbindlichkeiten und Klischees nicht immer hinaus kommt. Das Publikum neigt dann auch eher zu einem amüsierten Dauerschmunzeln als zu spontanen Lachern. Aber es mag den Jochen Butz, der solche Geschichten aus dem Leben der Niederrheiner zu erzählen weiß, dabei nie jemandem zu nahe tritt.
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