Krefeld: Umbau für die Raucher
VON OTMAR SPROTHEN - zuletzt aktualisiert: 26.01.2008Krefeld (RPO). Mit Sorge blicken Krefelds Wirte auf seine Folgen. Die Gaststätte „Am Greiffenhorst“ in Linn stellt sich mit dem Bau eines Nichtraucherbereichs auf die Zukunft ein. Andere Kneipen machen aus einem Raum zwei Räume.
„Als Wirtin bin ich ja dem Rauch den ganzen Tag ausgesetzt. Da möchte ich bei mir zu Hause mal eine rauchfreie Zone haben.“ Inge Fuhlbrügge-Wetzels, Wirtin der Gaststätte „Am Greiffenhorst“ an der Hafenstraße in Linn, hat sich ganz privat mit der neuen Situation auseinandergesetzt, die das neue Nichtraucherschutzgesetz ab 1. Juli mit sich bringt. Vor vier Monaten hat sie das Rauchen aufgegeben. Dennoch sorgen sie und ihr Mann Michael sich um die Gäste, die das Rauchen nicht aufgeben wollen: „Wir haben viele Gäste, die in Gruppen unsere Gaststätte aufsuchen. Darunter sind Raucher und Nichtraucher. Diese werden in Zukunft nicht mehr gemütlich zusammen sitzen können.“ Michael Wetzels vermutet, dass diese Gäste dann zu Hause feiern werden. Viele Wirte befürchten einen immensen Umsatzeinbruch.
Themenwochen für Nichtraucher
Rechtzeitig haben sich die Greiffenhorst-Pächter an ihren Vermieter gewandt, um in ihrer Gaststätte einen Nichtraucherbereich einzurichten. Bei Werner Haffmanns liefen sie offene Türen ein. Er sieht in der damit verbundenen Umbaumaßnahme eine wertsteigernde Investition in die Zukunft der Gaststätte und übernimmt die Kosten.
Das Nichtraucherschutzgesetz sieht einen baulich vollkommen abgeschlossenen Nichtraucherbereich vor. Sogar der Gang zu den Toiletten soll für Nichtraucher nicht durch den Raucherbereich führen. Da viele Vorschriften in der Zwischenzeit weiter entwickelt wurden, mussten die Decke einen neuen Schallschutz erhalten, neue Notausgänge mit Brandschutztüren installiert werden und ein schwingungsfreier Boden gegossen werden. Die Wirtsleute hoffen, dass die Zeitplanung eingehalten werden kann. Dann wird der Umbau am Aschermittwoch mit dem traditionellen Fischessen eröffnet.
Der vordere Teil der Gaststätte mit der zentralen Theke wird dann Raucherbereich, der hintere Essbereich wird als Nichtraucherzone ausgewiesen. Greiffenhorst-Wirt Wetzels meint: „Wir haben die Möglichkeit, flexibel auf das neue Gesetz zu reagieren. Einraumkneipen ohne Ausweichmöglichkeit werden es zukünftig sehr schwer haben, denn deren Kundschaft besteht vorwiegend aus Rauchern.“ Es wäre besser gewesen, diesen Kleinbetrieben eine Wahlmöglichkeit einzuräumen, wie es beispielsweise in Spanien geschieht. Der Umbau regt die Wetzels zum Träumen an: „Wir werden unsere Nichtraucher-Gastronomie durch Themenwochen und eine neue Karte ausbauen. Es kann sein, dass wir dann für Küche und Service mehr Personal einstellen werden.“
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