Krefeld: Unfreiwilliger Striptease
VON KATRIN WANDEL - zuletzt aktualisiert: 21.10.2008Krefeld (RPO). „Dürfen wir Sie auf einen Kaffee einladen?“, fragt die Rheinische Post jede Woche. Gestern erzählten Jenny Hoffmann und Martina Reuter von einer ihrer Jugendsünden: Die beiden nahmen in einer Duisburger Diskothek an der Wahl zur „Miss Arenal“ teil.
Es gibt Vorfälle im Leben, an die erinnert man sich nicht so gerne zurück. Dazu gehört für Jenny Hoffmann und ihre Freundin Martina Reuter der Besuch in einer Duisburger Diskothek vor fünf Jahren. Auf der dortigen „Beach-Party“ wollten sich die Schülerinnen mit einer weiteren Klassenkameradin und deren Freund eigentlich nur ein bisschen amüsieren.
Zwölf Anwärterinnen
Doch es kam anders: Die beiden damals 16 Jahre alten Freundinnen ließen sie sich zur Teilnahme an der Wahl zur „Miss Arenal“ überreden. Als Gewinn lockte eine einwöchige Reise auf die Balearen-Insel Mallorca. „Die Frau, die uns angesprochen hat, behauptete, wir bekämen Getränke umsonst und müssten nur ein bisschen tanzen“, erzählt die heute 21-jährige Jenny Hoffmann und schüttelt den Kopf über ihre Naivität von damals.
Ruhigere Zeiten
Für Jenny Hoffmann und Martina Reute sind ruhigere Zeiten angebrochen: Die beiden Krefelderinnen absolvieren derzeit eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Auf die Piste gehen die beiden 21 Jahre alten Frauen nur noch selten. Am Wochenende erholen sie sich lieber. Und bevorzugen mittlerweile ruhige und gemütliche DVD-Abende auf dem Sofa mit ihrem Freund.
Denn die Realität sah anders aus: Als erste Aufgabe erwartete die zwölf Anwärterinnen auf den Titel „Miss Arenal“ jeweils ein Eimer Sangria, der mit einem Strohhalm geleert werden sollte. Den restlichen Verlauf des Abends schildern die beiden jungen Frauen dementsprechend aus den Erzählungen der Freunde aus der Zuschauermenge. Sie berichteten Jenny und Martina am nächsten Tag von ihrer Jagd auf die T-Shirts und Hemden der männlichen Diskotheken-Besucher.
Zuletzt hatte das Publikum die Wahl, die Mädchen Basketball spielen, Hufeisen werfen oder einen Striptease tanzen zu sehen. „Man kann sich ja denken, wofür sich die überwiegend männlichen Besucher entschieden haben“, sagt Jenny Hoffmann und lacht. Und ehe sie sich versahen, grölte die Menge „Ausziehen, ausziehen!“.
„Meine Güte, ist das peinlich“, schämen sich die beiden hierfür heute, obwohl sie im Gegensatz zu ihren Konkurrentinnen nur sehr wenig Kleidung fallen ließen. Beim T-Shirt war die Schmerzgrenze – trotz Alkohol – erreicht. Vielleicht hat deshalb auch keine von ihnen die Reise nach Mallorca gewonnen.
Was beide nicht wussten: Von der Miss-Wahl wurden Fotos geschossen und im Internet veröffentlicht. Grund genug für Jennys damaligen Freund, sofort Schluss zu machen. Und auch mit den Eltern gab es Ärger. „Die waren nicht sonderlich begeistert, als ich ihnen unsere Eskapade gestanden habe“, erinnert sich Jenny Hoffmann. „Ich glaube, es gab sogar Hausarrest.“
Sangria haben die jungen Frauen seitdem nicht mehr angerührt. „Allein wenn ich Sangria rieche, wird mir schon schlecht“, sagt Jenny Hoffmann. Und auch um die Duisburger Diskothek haben die 21-Jährigen längere Zeit einen großen Bogen gemacht. „Das hat zwei, drei Jahre gedauert, bis wir uns wieder dorthin getraut haben“, gibt Martina Reuter zu. Beach-Partys werden dort übrigens immer noch gefeiert.
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