Krefeld: Verschwendet Hochschule 13,1 Millionen Euro?
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 30.06.2009Krefeld (RPO). Die Anschuldigungen des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) an der Hochschule Niederrhein sind heftig: Studiengelder fließen unkontrolliert in teils unnütze und überzogen kostenintensive Projekte, so lauten die Vorwürfe.
Der Hintergrund: Rektor Hermann Ostendorf war mehrfach vom Wissenschaftsministerium angemahnt worden, die gebunkerten 6,5 Millionen Euro Studiengebühren zügig in die Hochschule zu investieren. Nachdem Minister Andreas Pinkwart mit rechtsaufsichtlichen Maßnahmen gedroht hatte, legte das Rektorat der Hochschule ein Konzept vor.
Extrem hohe Sachausgaben
Dazu meint die Studentenvertretung: "Dieses Konzept sieht den Weg der kurzfristigen, extrem hohen Sachausgaben vor, die sicherstellen sollen, dass bis Ende des Jahres alle Überschüsse aufgebraucht werden. Es finden massive Investitionen in die Labore statt, die sich auf 6,515 Millionen Euro summieren." Dazu kämen die Studiengebühren des Sommersemester, die die 10 000 Studenten der Hochschule bereits gezahlt haben und die noch ausstehenden Beiträge für das Wintersemester. "Das sind unglaubliche 13,1 Millionen Euro allein aus Studiengebühren, die im Jahr 2009 ausgegeben werden müssen – und das ohne jegliche Kontrollinstanz." Diese, so meinen die Studentenvertreter, können beispielsweise aus ihnen bestehen.
"Es gibt einen Ausschuss, der speziell mit der Verwendung der Studiengebühren befasst", sagte gestern auf Anfrage der Pressesprecher der Hochschule, Rudolf Haupt. "In diesem Gremium haben die Studenten nicht nur Stimmrecht, sie stellen die Hälfte der Wahlberechtigten." Im Übrigen habe die Hochschule nicht nur vor, in die Labore zu investieren. "Wir haben beispielsweise mit den Studienbeiträgen die Öffnungszeiten der Bibliotheken verlängert."
André Zimmermann, Pressesprecher des Wissenschaftsministeriums, ist optimistisch, "dass sich Rektorat, Lehrende und Studierende auf sinnvolle Maßnahmen einigen werden." Seiner Meinung nach ist es sinnvoll, die Studenten einzubeziehen. "Durch größtmögliche Transparenz wird Akzeptanz hergestellt."
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