Krefeld: Viel Prominenz im „Nordbahnhof“
VON HANS DIETER PESCHKEN - zuletzt aktualisiert: 03.11.2008Krefeld (RPO). Vom Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom AG, René Obermann, bis zum NRW-Finanzminister Helmut Linssen reichte die Gästeliste bei der Talkshow „Zug um Zug“ im Nordbahnhof. Linssen sprach über seine Krefelder Lehrjahre und Obermann brachte seine Freundin Maybrit Illner mit.
Wie Woody Allen sehe er aus, begrüßte Vera Int-Veen ihren ersten Gesprächspartner, den Präsidenten des Landgerichts Duisburg, Dr. Hubert Just. Bei der Talkshow „Zug um Zug“ im Nordbahnhof – „Von Krefeldern, mit Krefeldern und für Krefelder“ – erwies sich Just als ein „Mann mit Entertainer-Qualitäten.“ Zeigte der Fernsehjournalistin den Eishockeyanstecker eines „Rechtsspielers“, denn er war mal als Aktiver mit den Preußen Deutscher Jugend-Meister. Erzählte aus seinem Beruf, und bekam bescheinigt, darin „wohl einen Mörderspaß“ zu haben.
René Obermann – seine Lebensgefährtin Maybrit Illner hatte er mitgebracht – stand im lila Pullover mit Jochen Butz auf dem Podium. Der Telekom-Chef, Arndt-Absolvent und KEV-Fan aus der Ferne, machte Werbung für sein Unternehmen. Begründete die Callcenter-Reduzierung, entschuldigte die Datenpanne – „aus der Krise gehen wir gestärkt heraus“ – und den „Personalbestandsumbau.“
Spende
2000 Euro an Eintrittsgelder für „Zug um Zug“ spendete „Nordbahnhof“-Gastronom Viktor Furth an den Kinderschutzbund.
Zugabe Die Summe wird noch erhöht, wenn heute Fernsehköchin Martina Kömpel mit dem Team vom Nordbahnhof im Media-Markt von 11.30 bis 18 Uhr erlesene Köstlichkeiten serviert. Drei Euro kostet ein Gericht, die Einnahmen gehen komplett an den Kinderschutzbund.
Eine Schneiderlehre und ein Studium absolvierte Moltke-Abiturientin Martina Kömpel vor ihrer Karriere als Fernsehköchin. Das Restaurant im Pariser Goethe-Institut wird sie übernehmen, und in Krefeld würde sie zum Essen zu Yves Chopelin ins Casino gehen.
Dass die Wissenschaft von der Suche nach Wahrheit lebt, erklärte Bernward Dörner (erst Arndt-Gymnasium, dann Thomäum in Kempen, mit Nordbahnhof-Gastronom Viktor Furth), der in Berlin lehrt und über den Antisemitismus geforscht hat. In fünf Jahren besuchte er über 40 Archive und ist überzeugt, „dass die Deutschen über den Judenmord genug wussten, um nicht mehr wissen zu wollen.“
Von den Erlebnissen bei den Olympischen Spielen in Peking schwärmte Basketball-Bundestrainer Dirk Bauermann, ein „glücklicher Moltke-Schüler“, der erst am Morgen von Spielerbesuchen in den USA zurück gekommen war. Er ist zwar selten zu Hause in Krefeld, „aber wir fühlen uns wohl hier.“ Zur Talk-Show im Nordbahnhof hatte er nur zugesagt, wenn „Frau und Tochter Karneval durch die Hintertür reingelassen werden.“
Nur acht Tage nach der Geburt im Krefelder Krankenhaus lebte NRW-Finanzminister Helmut Linssen in der Stadt, arbeitete aber auch ein Jahr in Krefeld als Lehrling der Dresdner Bank. Von den Schulden des Landes, dem „abgewendeten Crash“ und der Erhaltung der Sparkassen erzählte er und hatte auch seine Frau mitgebracht: „Wann haben wir mal zusammen eine so schöne Veranstaltung.“
Das Publikum hat sich gut amüsiert, und im nächsten Jahr wird es wieder einen Talk im Nordbahnhof geben. Vera Int-Veen schlug das Thema Sex vor, und Jochen Butz behauptete, schon eine Idee zu haben, wen man da einladen könne.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



