Krefeld: Virus: Zebramanguste entkam Einschläferung
VON SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 15.02.2008Krefeld (RPO). Der Krefelder Zoo hat gestern bei einer Pressekonferenz nur halbe Aufklärungsarbeit geleistet. Während Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen mit Vertretern von Veterinäramt und Gesundheitsamt über das Tierpocken-Virus aufklärte und den Eindruck vermittelte, als seien alle 14 Zebramangusten eingeschläfert worden, hielt eines der Tierchen seine Mitarbeiter zum Narren.
Es war der Einschläferung entkommen, hält sich seither im Gehege versteckt. Der WDR drehte nach der Pressekonferenz einen Beitrag mit Zootierarzt Martin Straube. Er bestätigte dem Filmteam, dass eine Zebramanguste noch nicht eingefangen werden konnte. Sie könne aber nicht entfliehen. Zebramangusten sind gesellige Wesen. Ohne seine Artgenossen ist das Einzeltier nun völlig verstört. Im Gehege war gestern eine mit Futter präparierte Falle aufgestellt. In die soll das Tier nun tapsen. Am Montag hat es zuletzt gefressen. Das erste Tier mit Pocken wurde am Mittwoch, 6. Februar, im Zoo gefunden.
Erster Fall bei Zebramangusten
Bisher ist weltweit noch kein anderer Fall von Tierpocken bei Zebramangusten bekannt. Während der Pressekonferenz bestätigten Dr. Martin Groß vom Veterinäramt und Dr. Martin Binder vom Gesundheitsamt die generelle Ungefährlichkeit des Tierpocken-Virus für den Menschen.
Wohl aber sei dieses für andere Tiere gefährlich, besonders die Katzenarten. Der Zoo bangt um den wertvollen Großkatzen-Bestand. Deshalb gilt für Pfleger eine erhöhte Sicherheitsstufe. Seit 1976 hält der Zoo Zebramangusten, die ersten kamen aus Afrika. 145 Tiere gab es seitdem in Krefeld.
Dreßen: „Die Tiere waren sehr beliebt bei den Zuschauern. Sie sind gesellig und tagaktiv.“ So schnell will der Zoochef allerdings keine Tiere dieser Art mehr anschaffen – erst recht nicht im alten Gehege. Das soll für mehrere Wochen leer bleiben.
Die alte Erde wird abgehoben. Erst dann wird das Gehege wieder verwendet, eventuell für die Löffelhunde. Dreßen überlegt nun, für die künftigen Afrikawiese eine neue Mangustenart anzuschaffen: „Vielleicht steigen wir auf Fuchsmangusten oder Zwergmangusten um.“
Für die Großkatzen, die Sumatratiger und Jaguar Jackson, wird demnächst bei der Uni München ein Impfstoff bestellt, der sie resistent machen soll gegen Tierpocken. Straube: „Meine Elefanten und Nashörner sind bereits geimpft.“
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