Krefeld: Volksbank mit positiver Bilanz
VON JENS VOSS - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010Krefeld (RPO). Im Jahr der Weltfinanzkrise weist das Ergebnis der Volksbank durchweg positive Zahlen auf. 2009 gewann das Geldinstitut 1343 neue Mitglieder hinzu – damit hat die Volksbank Krefeld jetzt 26 739 Teilhaber.
Die Volksbank Krefeld ist gut durch die Weltwirtschaftskrise 2009 gekommen, mehr noch: Das Ergebnis der Bank weist für 2009 durchweg positive Zahlen auf. Das ist der Kern der Bilanz, die gestern Vorstandsvorsitzender Klaus Geurden vor der Presse erläuterte: "Wir haben das Jahr eins nach Lehman gut überstanden." Die amerikanische Lehman-Bank hatte im September 2008 Insolvenz anmelden müssen und damit die weltweite Finanzkrise ins Rollen gebracht. Die Volksbank kann auch in diesem Jahr sechs Prozent Dividende zahlen.
Beim geplanten Neubau der Volksbank an Stelle des Papst-Johannes-Hauses zeigte sich Geurden zuversichtlich, bald einen Nachfolge-Nutzer für den jetzigen Standort der Volksbank an der Friedrichstraße zu finden. Am Prinzip "Baubeginn erst bei Nachfolgeregelung" will die Volksbank festhalten: "Hier wollen wir als ordentliche Kaufleute einen vernünftigen Preis erzielen und später auch gute Nachbarn haben", so Geurden.
Das Prinzip Volksbank
Volksbank Die Volksbank ist eine Genossenschaftsbank in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft. Bei Genossenschaftsbanken erwerben Mitglieder Geschäftsanteile. Das Prinzip wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Franz Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen entwickelt. Mitglied wird man durch Beitrittserklärung, Zulassung durch den Vorstand, Einzahlung des Guthabens und Ausstellung einer Urkunde.
Volksbank Krefeld Die Volksbank Krefeld hat zwölf Geschäftsstellen mit 209 Mitarbeitern.
Das Vermögen der Bank, das Mitglieder und Kunden der Bank anvertrauten, lag 2009 bei 735 Millionen Euro – 3,7 Prozent mehr als 2008. Die Bilanzsumme stieg um vier Prozent auf 957 Millionen Euro, die Zahl der Mitglieder der Kreditgenossenschaft um 1343 auf 26 739 Teilhaber. Der Jahresüberschuss lag bei 12,2 Millionen Euro; davon blieb nach Steuern ein Gewinn von 3,2 Millionen Euro.
Die Volksbank registriert in der Wirtschaft noch Zurückhaltung bei den Investitionen. Eine Kreditklemme gebe es aber nicht, betonte Geurden. "Die Volksbank könnte sofort bis zu 40 Millionen Euro für Zukunftsprojekte bereitstellen, aber derzeit scheuen viele heimische Firmen das Risiko." Generell wehrte sich Geurden gegen Pauschalurteile über "die" Banken, wie sie im Zuge der Finanzkrise erhoben würden. Er betonte die Unterschiede zwischen Großbanken und Regionalbanken wie der Volksbank, die auf "Zuverlässigkeit vor Ort" setzten, und wies es zurück, für Fehler der Großen in Sippenhaft genommen zu werden. Bei der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung erwartet Geurden Steigerungen für das erste Halbjahr 2011.
Die niedrigen Zinsen belebten den Immobilienmarkt, wobei der Schwerpunkt auf Gebrauchtimmobilien liege. Hauskäufer setzten auf langfristige Hypothekendarlehen mit bis zu 25 Jahren Laufzeit. Viele Hausbesitzer gingen angesichts der niedrigen Zinsen und steigender Energiepreise auch die Sanierung ihres Hauses an.
Geurden betonte, dass die Volksbank weiter viele Vereine und Initiativen unterstütze. "167 000 Euro haben wir in 2009 für 420 Projekte auf den Weg gebracht; 12 000 Euro mehr als im Vorjahr."
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