Krefeld: Wachwechsel im Polizeipräsidium
zuletzt aktualisiert: 29.05.2008Krefeld (RPO). War es Humor oder Gewissenhaftigkeit? Als Rainer Furth, Krefelds neuer Polizeipräsident, den Vorhof der Burg Linn betrat, ging er zuerst zu jener Stelle, an der die Gästeliste lag, und ließ seinen Namen abhaken.
Die Polizisten, die dort standen, schmunzelten und schienen sich über die Geste ihres neuen Chefs zu freuen.
Innenminister Ingo Wolff hatte gestern auf die Burg Linn geladen, um Polizeipräsident Dieter Friedrich in den Ruhestand zu verabschieden und den Nachfolger Rainer Furth einzuführen. In einer launigen Rede würdigte Wolf den scheidenden Präsidenten, der sich immer als Modernisierer verstanden und Partnerschaften gefördert habe. Zeichen einer bürgernahen Polizei sei auch der „Friedrichspalast“: das Polizeipräsidium, das für Bürger geöffnet sei.
„Krefeld verliert einen guten Präsidenten und gewinnt einen guten Nachfolger, der viel Erfahrung mitbringt.“ Mit diesen Worten stellte Wolf Rainer Furth vor. Nach dem Jurastudium ging dieser 1991 zur Bezirksregierung Münster, seit dem Jahr 2000 leitete er die Direktion „zentrale Aufgaben“ im Polizeipräsidium Münster, wo er auch stellvertretender Behördenleiter war. „Ich weiß die Behörde bei Ihnen in guten Händen“, sagte Wolf.
Viel Lob durfte der scheidende Chef hören: Von OB Gregor Kathstede, der sich für die gute Partnerschaft und den kurzen Draht bedankte. Von Hans Jürgen Brockers, dem Vorsitzenden des Polizeibeirates, für die gute Einführung in die Probleme der Polizeiarbeit. Und von Hans Tenberken, dem Vorsitzenden des Personalrates: „Ihre Tür stand immer offen.“
Friedrich, der im Mai 1994 Chef der Krefelder Polizei geworden war, erklärte den Gästen, wann ein Fremder in Krefeld angekommen sei: „Wenn Wipi kommt und sagt: Du bist mein Freund! Dann ist man Krefelder.“
Sein Nachfolger, meinte Friedrich, werde es schwer haben. Als er in der Rheinischen Post gelesen habe „Furth soll Polizeichef werden“, habe er gedacht: „Wenn der Viktor Furth vom Nordbahnhof jetzt Polizeipräsident wird, werden als erstes die Alkoholkontrollen abgeschafft.“ Er, Friedrich, habe den Krefeldern nur klarmachen müssen, dass der Friedrichplatz nach ihm benannt sei. „Sie, Herr Furth, müssen aus dem Schatten eines stadtbekannten Wirtes heraustreten.“ Aber das, war Friedrich zuversichtlich, werde seinem Nachfolger mit der engagierten Krefelder Polizei gelingen.
Rainer Furth versprach, die gute Zusammenarbeit der Polizei in der Stadt fortzusetzen. „Ohne gute Partner kann die Polizei die Probleme einer Stadt nicht in den Griff bekommen.“
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