Krefeld: Was den neuen Rat erwartet
VON DIETER HILLA - zuletzt aktualisiert: 28.08.2009 - 16:54Krefeld (RPO). Familie, Wirtschaft, Innenstadt: Wichtige Themen werden den Krefelder Stadtrat in den nächsten fünf Jahren beschäftigen. Mit seiner Stimmabgabe am Sonntag entscheidet der Wähler, wer diese Themen bestimmen wird.
Familie Große Einigkeit herrscht beim Thema Kindergartengebühren. Hier sprechen sich die großen vier Fraktionen CDU, SPD, Grüne und FDP dafür aus, die Gebühren abzuschaffen. Die CDU will darüber hinaus die Stadt dadurch für Familien attraktiv machen, dass sie die Spielplätze weiterhin modernisiert. Die SPD setzt darauf, die Jugendzentren in den Stadtteilen aufzuwerten.
Schulen Die SPD setzt sich für die Eröffnung einer weiteren Gesamtschule ein, CDU und FDP lehnen dies ab. Der Rückgang der Schülerzahlen wird dazu führen, dass die Existenz einzelner Schulen in Frage gestellt wird. CDU und FDP setzen sich für die Kooperation verschiedener Schulformen (insbesonders Haupt- und Realschule) ein. SPD und Grüne fordern das Ende des gegliederten Schulsystems.
Die Wahl
Die Wahllokale sind geöffnet von 8 bis 18 Uhr.
Mitzubringen ist die Wahlbenachrichtigungskarte oder der Personalausweis.
Gewählt werden der Oberbürgermeister sowie die Vertreter für Stadtrat und Bezirksvertretungen.
Soziales Wie sozial muss eine Stadt sein? Mit der Forderung, jedem Kind eine warme Mahlzeit zu verschaffen, macht SPD-Oberbürgermeisterkandidat Ulrich Hahnen Wahlkampf. Auch die Grünen vertreten diese Forderung.
Finanzen Ob die Versprechen für Familie und Soziales eingehalten werden können, liegt vor allem am städtischen Haushalt. Das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts, bei dem Krefeld nicht mehr Geld ausgibt als es einnimmt, wird die Stadt dieses Jahr wohl verfehlen – eine Folge der Wirtschaftskrise. Grüne und SPD werden deutlich mehr Bereitschaft mitbringen, dennoch das warme Mittagessen und die Gebührenfreiheit in Kindergärten umzusetzen – auch wenn dies die Verschuldung der Stadt hochtreibt.
Sport Die CDU ist mit der Forderung nach einem neuen Sportbad für Bockum in den Wahlkampf gegangen. Die FDP unterstützt diese Forderung. Die SPD widerspricht nicht, setzt sich aber auch für ein Familien- und Wellnessbad ein. Auch die Grünen verschließen sich dem Bau einer neuen Schwimmhalle nicht.
Innenstadt OB Gregor Kathstede (CDU) will in seiner nächsten Amtszeit die Ostwallsanierung fortführen und hier besonders den Umsteigepunkt Unter der Uhr (UdU) fertigstellen. Die SPD würde die Ostwall-Sanierung insofern abändern, als sie den Verkehr dort nur einspurig zulassen möchte.
Schwerpunkte in den nächsten fünf Jahren dürften die Zukunft des Stadtbades und des Horten-Hauses an der St.-Anton-Straße sein. Die jetzt vorgebrachten Ideen zum Stadtbad finden bei den Parteien grundsätzlich Zustimmung, auch wenn sie kritisieren, dass sich der Architekt außerhalb des geplanten Verfahrens zu Wort meldet. Alle großen Parteien fordern, das Wohnen in der Innenstadt wieder attraktiver zu machen. Die SPD setzt auf kommunale Baudarlehen, die Grünen auf einen Fonds für Wohungssanierungen.
Die FDP fordert ein stärkeres Engagement der Wohnstätte in der Innenstadt. Die CDU will Freiräume für Kinder schaffen, damit sie sich im Zentrum wohlfühlen können.
Ergebnisse, Sieger, Verlierer: Alle Infos zur Kommunalwahl finden Sie in unserem Special. Eine Übersicht über die Wahlergebnisse in den Städten und Gemeinden finden Sie hier.
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